Ausstellungen

Blinky Palermo

10. - 18. März 1973

Blinky Palermo, Installationsansicht, 1973
Portrait Blinky Palermo, 1973

Als „einer der wichtigsten Vertreter der gegenwärtigen deutschen Kunstszene, der die Grundprobleme von Bildraum und Betrachterhaltung aus extremen Reduktionen neu entwickelt“ stellte der Kunstverein im März 1973 Blinky Palermo in seinem Pressetext vor. Die Ausstellung „Wandmalerei“ in den Räumen des Kunstvereins löste jedoch heftige Kritik aus. Das Hamburger Abendblatt titelte „Das Nichts kostet 3 DM“ und Besucher forderten per Brief ihr Eintrittsgeld zurück.

Palermo strich die flexiblen Stellwände des Kunstvereins in ochsenblutroter Farbe und beließ die tragenden Raumwände weiß. Der Betrachter fand sich in einem verschachtelten, monochromen Farbraum wieder, in dem das Wort „Wandmalerei“ durch die radikale Reduktion einen mehrdeutigen Sinn entfalteten konnte. Auf die einzige freistehende, tragende Ausstellungswand des Raumes übertrug Palermo den Grundriss der Stellwände. Ein abstraktes Zeichen entstand, dass dennoch in einem engen Bezug zur Raumsituation stand.

Als 1991 die ehemaligen Räume des Kunstvereins am Ferdinandstor 1 abgerissen wurden, um die heutige Galerie der Gegenwart auf dem Gelände zu erbauen, veranlasste der Kunstverein die Restaurierung von Palermos letzter großer Wandmalerei, die so zum zweiten Mal ausgestellt wurde. Bis heute sind originale Teile dieser wichtigen Arbeit deutscher Nachkriegskunst als Installation in der Galerie der Gegenwart zu sehen.