Ausstellungen

Dokumente der Unterwerfung

Kunst im 3. Reich

15. Oktober - 8. Dezember 1974

Cover Katalog
Installationsansicht "Kunst im 3. Reich", 1974

Peter Behrens, Claus Bergen, Max Bergmann, August Bischof, Arno Breker, Hans Adolf Bühler, Franz Eichhorst, Elk Eber, Otto Engelhardt-Kyffhäuser, Fritz Erler, Alfred Finsterer, Fritz Freytag, Franz Gerwin, Herman Giesler, Georg Günther, Richard Heymann, Walter Hemming, Otto A. Hirth, Sepp Hilz, Arthur Hoffmann, Ernst Hühn, Arthur von Hüls, Albert Janesch, Julius Paul Junghans, Arthur Kampf, Otto Kirchner, Fritz Klimsch, Clemens Klotz, Fritz Koelle, Georg Kolbe, Peter Koller, Wilhelm Kreis, Wilhelm Krieger, Georg Lebrecht, Ferdinand Liebermann, Rudolf Lipus, Oskar Martin-Amorbach, Erich Mercker, Emil Rudolf Mewes, Bernhard Müller, Paul Mathias Padua, Willi Paupie, Werner Peiner, Ria Picco-Rückert, Carl Theodor Protzen, Erich Puttlitz, Erwin Püchinger, Otto Rauter, Ernst Reiß-Schmidt, Ludwig u. Franz Ruff, Ivo Saliger, Wilhelm Sauter, Richard Scheibe, Nicolaus Schmid, Hans Schmitz-Wiedenbrück, Johann Schult, Raffael Schuster Woldan, Hermann Seidl, Georg Siebert, Albert Speer, Lothar Sperl, Ferdinand Staeger, Carl Stock, Karl Storch, Fritz Tamms, Wilhelm Tank, Josef Thorak, Hermann Tiebert, Ludwig Troost, Karl Truppe, Herbert Rimpl, Charlotte Reischauer, F. Ulber, Josef Wackerle, Rudolf G. Werner, Wolfgang Willrich, Adolf Wissel, Adolf Ziegler

"Die Kunst im ‘Dritten Reich’ hatte die Aufgabe, Wirklichkeit zu verstellen und jedes Bewusstsein von ihr zu zerstören...". Georg Bussmann, Direktor des Frankfurter Kunstvereins und Kurator der Ausstellung

Die Ausstellung "Kunst im 3. Reich" hat zum Ziel, die politische Funktion der Kunstproduktion des 3. Reiches zu analysieren. Zum ersten Mal nach dem Zweiten Weltkrieg werden Architekturmodelle, Malerei und Bildhauerei des faschistischen Deutschlands im Original ausgestellt und mit Wandtexten versehen, die sie unter folgenden Gesichtpunkten untersuchen:

Das Bauprogramm der deutschen Arbeitsfront, die Umwelt der Arbeiter
Das Denkmal und sein Prinzip
Malerei des deutschen Faschismus
Die Darstellung des Bauern
Die Darstellung der Arbeit
Die Darstellung der Frau
Die Darstellung des Krieges
Die Darstellung des Feindes

Von der Presse wird diskutiert, ob die Präsentation von Originalen nicht eine nostalgische Rezeption begünstigen könnte. Sie ist sich allerdings einig, dass die Art der kommentierten Präsentation die von manchen befürchtete Gefahr verhindert hat und verleiht der Ausstellung das Prädikat "besonders wertvoll (Süddeutsche Zeitung, 3.11.1974). Das Hamburger Abendblatt ist sich sicher, dass "heute niemand mehr durch diese Art von Kunst ‘verführt’ werde. Es handelt sich durchweg um höchst miserable Bilder, die entweder schlecht gemalt oder allzu verlogen sind." (8.11.1974)

Der Direktor des Kunstverein Hamburg, Uwe M. Schneede, beschreibt sein Interesse an der Ausstellung folgendermaßen: "Diese Ausstellung ist wesentlich entstanden als Reaktion auf eine gegenwärtig verbreitete Verharmlosung und nostalgische Rezeption des Nationalsozialismus, vor allem seiner kulturellen Hervorbringungen. Ich meine es gehört auch zu den kulturpolitischen Aufgaben eines Kunstvereins, solchen verfälschenden Tendenzen (...) mit Nachdruck entgegenzutreten."

Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen. (vergriffen)