Ausstellungen

Leben und Werk

George Grosz

4. Oktober - 23. November 1975

George Grosz, Selbstportrait, 1938

"Ich habe als Künstler doch eine gewisse Aufgabe. Ich gehöre ja sozusagen auch dem deutschen Volke an, und ich habe da eine bestimmte Mission, die ich ganz deutlich in mir empfinde. Ich bin vielleicht als Zuchtrute eingesetzt, wenn auch nur als graphische, die ja verhältnismäßig harmlos ist. Aber in mir steht dann etwas auf, und wenn ich auch nur Vertreter einer Minderheit bin, so ist es doch etwas ganz Logisches, was sich in der Form der Zeichnung absetzt. Es ist etwas, was für mich nicht wegzuleugnen ist. Es klingt vielleicht etwas merkwürdig, aber es ist so: Bei der Konzipierung dieser Dinge kümmere ich mich nicht darum, ob es Gesetze gibt, sondern ich arbeite aus der Zeit und aus meiner eigenen Persönlichkeit, aus meinem eigenen Künstlertum heraus." George Grosz als Angeklagter in einem Gotteslästerungsprozess (1928-1931)

Mit dieser breit angelegten Retrospektive des Werkes George Grosz ergänzte Uwe M. Schneede die Rezeption des Künstlers erstmalig um einen Überblick aller Schaffensphasen. Dies war vor allem durch die enge Zusammenarbeit des Kurators mit den beiden Söhnen möglich, die das Werk ihres Vaters in den USA verwalteten. So konnten über 250 Exponate zusammengestellt werden, hauptsächlich Zeichnungen und Druckgrafiken, die die Entwicklung des Künstlers von 1908 bis 1958 nachvollziehbar werden lassen: die für Grosz typische Bissigkeit in der Zeit bis ca. 1930, Phasen der politischen Resignation in den USA und ein letztes Aufbäumen neo-dadaistischer Ideen in den 1950er Jahren. Die Ausstellung wurde bis 1977 noch in Frankfurt, Braunschweig, Münster, Wien, Karlsruhe, Wuppertal und Berlin gezeigt.

Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen. (vergriffen)