Ausstellungen

COBRA - 1948-51

25. September - 7. November 1982

Karel Appel, Freiheitsschrei, 1948

Pierre Alechinski, Karel Appel, Eugène Brands, Constant, Corneille, Christian  Dotremont, K.O. Götz, Egill Jacobsen , Asger Jorn, Lucebert, Richard Mortensen, Carl-Henning Pedersen

"Wir sind zuallererst Optimisten. Und das kostet uns keineswegs die von Ihnen vielleicht vermutete Anstrengung ..." (Eugène Brands)

Im Jahre 1948 gründeten Künstler aus Kopenhagen, Brüssel und Amsterdam die Künstlergruppe COBRA, die sich in klarer Abgrenzung zu allen vorherigen Stilen und Tendenzen sah. In einem programmatischen Text heißt es, die Künstler hätten sich zusammengetan, "um ihre Kräfte zu bündeln im Streit, der gegen die verkommenen ästhetischen Auffassungen geführt werden muss, die dem Entstehen einer neuen Kreativität im Weg stehen. Dabei hatten wir nicht nur den ausgelaugten bürgerlichen Naturalismus im Auge, sondern ebenso die daraus entstandene sterile Abstraktion und den pessimistischen Surrealismus."

Inspirationen zu einer neuen Kreativität sahen die Künstler in primitiven Formen der Volkskunst, der Direktheit von Kinderzeichnungen oder Graffitis, sowie der Kunst von psychisch Kranken. In der kurzen Phase ihrer Zusammenarbeit präsentierten die Künstler zwei große Ausstellungen (1949 im Stedelijk Museum in Amsterdam und 1951 im Palais des Beaux-Arts in Lüttich) und veröffentlichten 10 Ausgaben der internationalen Zeitschrift CoBrA.

Die von Uwe M. Schneede konzipierte Ausstellung bot erstmalig einen Überblick über die Aktivitäten der COBRA-Gruppe und ehrt eine Kunstbewegung, die in ihrer internationalen Besetzung einzigartig bleibt. "Die meisten dieser Künstler, noch nicht einmal dreißig Jahre alt, waren, ob in Belgien, Dänemark oder den Niederlanden, während des Kriegs von der zeitgenössischen Kunst abgeschnitten. Eine Auseinandersetzung, eine Entwicklung konnte nicht stattfinden. 1945 stehen sie vor dem Nichts. Woran sich orientieren? Woher die Ziele nehmen? Einfach weitermachen, das schließt sich aus. Zuerst lassen sich die jungen Künstler aufwühlen von dem was ihnen nun im Künstlerzentrum Paris und im Stedelijk Museum Amsterdam (Braque, Chagall, Picasso, Klee, Matisse) zugänglich wird. Aber im gleichen Moment spüren sie, dass die Mittel und die Ziele der Älteren nicht mehr die ihren sind. Sie bewundern Picasso, fühlen aber, dass er überwunden werden muss."

Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen. (vergriffen)