Ausstellungen

Ethik und Ästhetik im Zeitalter von Aids

Gegendarstellung

15. Mai - 21. Juni 1992

Nayland Blake, Fierce Pussy, Gang, Robert Gober, Nan Goldin, Felix González-Torres, Gran Fury, Donald Moffett, Diane Neumaier, Tim Rollins & KOS, Adam Rolston, Andres Serrano, Kiki Smith, Brian Weil, David Wojnarowicz

Donald Moffett (*1955 Texas) zeigte 1991 im New Yorker New Museum 100 weiße Rosen. Jeder der runden Leuchtkästen mit dem Bild der weißen Blüte stand für 1.000 Aidstote. 20.600 Menschen sind bisher allein in den Vereinigten Staaten akut an der Immunschwäche erkrankt, 132.000 Menschen an ihr gestorben. Die Zahl der Infizierten wird für die USA auf eine Million geschätzt. Die alltägliche Gegenwart von Aids hat die Vorstellungen der Betroffenen und ihrer Freundeskreise verändert: vom eigenen Körper, von Sexualität, Leben und Tod. Für ihre neuen Positionen setzen sie sich ein und fordern Toleranz, Selbstverantwortung, gesellschaftliches Engagement. Die Kunst wird davon nicht ausgenommen. Die große Mehrheit der Bürger steht nun unbewegt vor Moffetts Blumenwand. Die Verdrängungsmechanismen funktionieren wie eh und je: Die Immunschwäche wird als Problem von Randgruppen, Homosexuellen, Drogenabhängigen, ethnischen Minderheiten gesehen. Die Politiker benutzen nicht nur Statistiken, um sich von aller Verantwortung zu entlasten. Sind die "Perversen" nicht selber Schuld am Leid, das über sie kommt?

In Zusammenarbeit mit dem Kunstmuseum Luzern.
Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen.