Ausstellungen

Otto Zitko

15. Mai - 12. Juni 1994

Der österreichische Maler Otto Zitko (*1959 in Linz) gestaltet im zentralen Ausstellungsraum des Kunstvereins ein monumentales Wandbild. Mit Ölstiften und Pastellkreiden wird Zitko eine Woche lang die über 20 m lange Wand bearbeiten, die im hinteren Teil des Raumes errichtet wurde. Die Zeichnung ist nicht nur eine ästhetische Komposition, sondern vor allem Protokoll der Körperbewegungen, Ausdruck von Anstrengung und Erschöpfung. Das labyrinthische Bild bildet darüber hinaus einen künstlichen Raum im Raum, der mit der Architektur in ein spannungsvolles Verhältnis tritt. Otto Zitko gehörte jener Gruppe von "neuen Malern" an, die sich in den 1980er Jahren wieder konzentriert dem Medium Malerei zuwandten. Das war keine unmittelbare Reaktion auf die konzeptuelle Kunst, sondern folgte dem Interesse an der Auseinandersetzung mit der durch starke Traditionen geprägten Gattung, ihren Regeln und Freiräumen. Ohne ein analytischer Maler zu sein, wirken seine Werkzyklen wie Teststrecken, in denen Aspekte der Malerei variiert werden, ohne dass daraus je eine theoretische Behauptung entstehen muss.

Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen.