Ausstellungen

Andrea Robbins / Max Becher, Jimmie Durham

30. September - 27. November 1994

Die ethnischen Konflikte im Osten Europas, aber auch die Ausländerfeindlichkeit in unserem Land haben den Umgang mit dem Fremden zu einer dringlichen Frage werden lassen. Je weniger die Grenzen der eigenen Denk- und Wahrnehmungsweisen erkannt werden, umso größer wird die Ablehnung des Anderen. Der Kunstverein will mit den Ausstellungen von Jimmie Durham (*1940 in Arkansas) und Max Becher (*1964 in Düsseldorf) / Andrea Robbins (*1963 in Boston) einige der heimlichen Barrieren unserer Kultur erkennbar machen.

Durhams Arbeit ist durch den kulturellen Zwiespalt seiner eigenen Biographie gekennzeichnet. Als Künstler benutzt er die Sprache und kulturellen Werte, mit denen sein Volk der Cherokee unterdrückt wird. Seine auf den ersten Blick improvisierten, folkloristisch anmutenden Arbeiten zielen auf Leitmotive im schwierigen Dialog über kulturelle Grenzen: Sie zeigen das Machtinstrument Sprache in Funktion; sie dokumentieren die Gewalt einer abendländischen Begrifflichkeit, die alles Fremde in ihr Raster zwingt.

Die Fotoserien von Max Becher und Andrea Robbins aus New York kreisen um die Fragwürdigkeit nationaler Identität. Jedes ihrer Themen bezieht sich auf die Übertragung kultureller Eigenarten einer Bevölkerung auf einen fremden Lebenszusammenhang. "Kolonialismus projiziert einen Ort auf einen anderen", schreiben sie. "Wir fotografieren die Projektion von ihrem anderen Ende her."

In Zusammenarbeit mit dem ICA, London und dem Palais des Beaux-Arts Brüssel.

Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen. (vergriffen)