Ausstellungen

Unordnung herstellen – Retrospektive

André Cadere

5. April - 5. Mai 1996

"Es handelt sich um eine Holzstange. Sie besteht aus Segmenten, die in Länge und Durchmesser gleich sind." So beginnt André Caderes (*1934 Warschau, †1978 Paris) lapidare Definition seiner eigenen Arbeit. Die farbigen Holzsegmente reihte der Künstler nach einer Ordnung aneinander, die allerdings immer einen Fehler enthielt. Er zeigte sie ab 1975 auf Einladung verschiedener Galerien und Museen – ein wesentlicher Aspekt seines Werkes besteht aber in der "parasitären" Gegenwart seiner Stäbe bei Ausstellungseröffnungen. Ab 1970 führte Cadere einen seiner Stäbe auf all seinen Reisen mit. Wenn er Vernissagen anderer Künstler besuchte, wurde sein Werk auf anarchische Weise selbst zum Teil der Ausstellung. Mit diesen Interventionen verbindet Cadere eine Kritik an den verborgenen Ordnungen der Museen und Ausstellungshäuser. Die Retrospektive im Kunstverein zeigt 50 solcher Rundholzstangen und zwei Rauminstallationen, ergänzt durch Dokumentationsmaterial.

In Zusammenarbeit mit dem Kunstverein München und Bernard Marcelis (Cadere-Archiv)
Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen. (Link)