Ausstellungen

Natural History and other fictions

Mark Dion

27. Juni - 10. August 1997

Seit Mitte der 1980er Jahre widmet Mark Dion (*1961 New Bedford) seine künstlerische Arbeit dem Thema Natur. Er begreift sie nicht als etwas Gegebenes, sondern als ein Produkt der Kultur. Seine Arbeiten belegen die Techniken dieser Produktion. Sie zeigen nicht nur die Hängematte des Forschungsreisenden und sein Schmetterlingsnetz, sondern führen auch die Klassifikationssysteme vor, die die "natürliche" Ordnung verdeckt entstehen lassen.
Dions Arbeit ist ebenso als eine Metapher auf die Rolle der Museen zu verstehen. Ihre Ausstellungsmethoden stammen aus demselben Geist wie Praktiken der Naturforscher. Ausstellungsmacher und Naturforscher sind passionierte Klassifizierer; was dabei aus dem Objekt ihrer Forschung wird, entgeht ihrer Aufmerksamkeit. Die Ausstellung des Kunstvereins gibt mit zentralen Werken einen Überblick über die Arbeit des Künstlers von 1988 bis heute. Dion hat in den unteren Räumen eine ungewöhnliche Folge von Szenen inszeniert, die seiner Museumskritik Rechnung trägt. Weil er auch die Lagerräume und das Foyer nutzt, wird der Besucher aus den gewohnten Schauräumen hinausgeführt in Bereiche, bei denen die kritischen Naturbilder des Künstlers einen eigenwilligen Dialog mit den Arbeitsabläufen eines Ausstellungshauses aufnehmen.

Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen.