Ausstellungen

Funky minimal

Gerwald Rockenschaub

23. April - 13. Juni 1999

Der Überblick über die Arbeit des österreichischen Künstlers Gerwald Rockenschaub (*1952 Linz) soll exemplarisch Aufschluss geben über entscheidende Entwicklungsschritte der letzten 15 Jahre. Er hat eine neue Ausstellungsarchitektur für den Kunstverein in Hamburg entwickelt. Auf 1.000 qm zeigt er an die 100 Arbeiten von 1983 bis heute.
Rockenschaub schafft mit seinen kleinen, signethaften Gemälden Rauminszenierungen, bei denen Möbel an den privaten Gebrauchszusammenhang der Bilder erinnern. In dieser Anspielung auf alltägliche Lebenszusammenhänge verbirgt sich die seit den 1980er Jahren typische Politik des Lokalen: Statt um Ideologien geht es um die Programmierung von Handlungen und das politische Interesse, das sich in ihnen manifestiert. 1987 ersetzt Rockenschaub das Malen durch technische Produktionsmethode, Siebdruck und Fotografie. "Kalte" Materialien wie Plexiglas spiegeln die Erfahrungen mit dem Ambiente von Techno und House. Ab 1990 entwickelt sich seine Arbeit nicht nur im Raum oder stellt dessen soziale Geprägtheit bildhaft dar. Seine Installationen lenken das Verhalten der Ausstellungsbesucher; sie laden unbemerkt dazu ein, den Konventionen zu folgen oder sie problematisieren die stereotypen Verhaltensweisen, indem sie sie blockieren.

Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen. (vergriffen)