Ausstellungen

Sleeping Buddha

Daniel Milohnic

28. März - 22. November 2009

Installationsansicht
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Der Sleeping Buddha von Daniel Milohnic (*1969, lebt in Frankfurt/M.) bildet die Schnittstelle zwischen den beiden Etagen des Kunstvereins. Die Skulptur, die auf die Ausstellung Tempel von Daniel Milohnic und Phillip Zaiser aus dem Jahr 1999 zurückgeht, fungiert als inhaltliches und visuelles Bindeglied zwischen den Ausstellungen. Sie steht für eine antiautoritäre Herangehensweise an Kunst. Seinen indifferenten Charakter und die mit ihm assoziierten Eigenschaften nimmt er als strukturelles Objekt erst in einer symbolischen Ordnung ein. Herausgelöst aus seinem ursprünglichen religiösen Kontext stellt er nur mehr eine leere Hülle dar. Er bietet den BesucherInnen und ihren persönlichen Vorstellungen eine Projektionsfläche für ihre individuellen Fantasien und Wünsche.

Die Arbeit begleitet das Jahresprogramm des Kunstvereins und verdeutlicht den Vermittlungsanspruch der Institution. Ziel ist es, auch kunstferne Öffentlichkeiten anzusprechen und weit in die verschiedenen Bereiche der Gesellschaft hineinzureichen. Im Vordergrund steht dabei ein „fehlerfreundlicher“ Umgang mit Nichtwissen über zeitgenössische Kunst, wodurch alle Altersschichten und Mikro-Communities der Stadt angesprochen werden. Im übertragenen Bedeutungssinne des Wortes „Buddha“ verfolgt das Programm des Kunstvereins den Anspruch, Aufmerksamkeit zu wecken, etabliertes Wissen zu hinterfragen und neue Sichtweisen auf zeitgenössische Kunst zuzulassen. Ausstellungsbegleitende Vorträge, Seminare, Workshops und Führungen beziehen sich auf die ästhetischen, sozialen und ökonomischen Bedingungen, unter denen künstlerische Projekte realisiert, vermittelt und rezipiert werden. Die Offenheit und Flexibilität von Kulturinstitutionen ist in diesem Kontext gefragt – Offenheit auch im Sinne einer Unterstützung alternativer und neuer Infrastrukturen zur Vermittlung von Kunst.

Mit einer Größe von 15 m x 3,50 m verändert die Skulptur die Wahrnehmung der Raumproportionen und transformiert bereits das Foyer in einen Ausstellungsbereich. Dadurch wird nicht nur die Trennung von Zweck- und Ausstellungsräumen aufgelöst, sondern auch eine Lösung für das Problem der geringen Sichtbarkeit des Eingangsbereiches des Kunstvereins angeboten: Die BesucherInnen sind von Anfang an Teil der Ausstellung und kommen bei Ihrem Rundgang immer wieder auf das bekannte Bild des Buddhas zurück.

An diesem Ort werden jährlich wechselnde, ortsbezogene Arbeiten präsentiert, die ein Angebot zur Kommunikation darstellen und vielfältige Assoziationen zulassen.