Ausstellungen

Wo ist der Wind, wenn er nicht weht?

19. Dezember 2009 - 14. März 2010

Installationsansicht / installation view, Foto / photo: Fred Dott, Kunstverein
Installationsansicht / installation view, Foto / photo: Fred Dott, Kunstverein Keith Haring, Ohne Titel / Untitled, 1983/1984, Foto / photo: Fred Dott, Kunstverein, Copyright: Keith Haring FoundationKeith Haring, Ohne Titel, 1983 (Copyright: Keith HAring Foundation) / Los Desastres de la Guerra, 1810-1824 (Sammlung Hamburger Kunsthalle), Foto / photo: Fred Dott / KunstvereinInstallationsansicht / installation view, Foto / photo: Fred Dott, Kunstverein Installationsansicht / installation view, Foto / photo: Fred Dott, Kunstverein Lyonel Feininger, The Kin-Der-Kids, Chicago Tribune, San Francisco Academy of Comic Art Collection, The Ohio State University Cartoon Research Libray; VG Bild Kunst Bonn, 2009Jake und Dinos Chapman, Disasters of War IV, 2004, Courtesy White CubeAlbrecht Dürer, Apokalypse, 1498, Faksimile, Eugrammia Press London, 1964Jörg Immendorff, Akademie für Adler, 1989Jan Mancuska, Incomplete Movement, 2009

Ad Reinhardt, Martin Arnold, Gerd Arntz, Ferdinand Barlog, Berthold Bartosch, Harold Begbie / Francis Carruthers Gould, Steve Bell, Shirley Bogart, Klaus Budzinski / Rainer Hachfeld, Stanley Brouwn, Jacques Callot, Clavé / Godard, Edmond Francois Calvo, Jake und Dinos Chapman, Sue Coe, M. Philip Copp, Stephen Croall, Robert Crumb, Jari Pekka Cuypers, Honoré Daumier, Lin Da-we, Dave Decat, James Dyrenforth / Max Kester, Walt Disney, Gábor Friedrich, Gustave Doré, Albrecht Dürer, Ekkes, Martin Gray, Guibert / Lefévre / Lemercier, Olaf Gulbransson, Masist Gül, Will Eisner, Max Ernst, Öyvind Fahlström, Jules Feiffer, Lyonel Feininger, Ari Folman, Jean-Claude Forest, Rube Goldberg,  Francisco de Goya, Vernon Greene, Keith Haring, George Herriman, Hergé, Hans Holbein d. J., Paul Hogarth, William Hogarth, Laurence Hyde, Jörg Immendorff, Sid Jacobson / Ernie Colón, Henri Gustave Jossot, Rolf Kauka, Reinhard Kleist, Joe Kubert, John Leech, Herbert Lehmann, Ján Mancuska, Stefan Marx, Frans Masereel, David Mazzucchelli, Winsor McCay, Scott McCloud, Carl Meffert, Alfred von Meysenbug, Jürgen Metz / Charly G. Schütz, Mike Mignola, Henry Moore, Iain Morris, Keiji Nakazawa, Otto Neurath, Otto Nückel, Erich Ohser, Michael O’ Donoghue, Dan O’Neill, Henrik Olesen, Karl Ewald Olszewski, George Orwell, Richard Felton Outcault, Giacomo Patri, Gladys Parker, Guy Peellaert / Pierre Bartier, Grayson Perry, Raymond Pettibon, Pablo Picasso, Fritz Raab, Alfred Rethel, Henry Ritter, Rius, Spain Rodriguez, Rose, Joe Sacco, Petr Sadecky, Marjane Satrapi, Gerald Scarfe, Gerhard Seyfried, Ben Shahn, Jim Shaw, Situationistische Internationale, Ernst Scheller, Manfred Schmid, Adolf Schrödter, William Siegel, Otto Soglow, Art Spiegelman, Robert und Philip Spence, Christoph Steinegger, Ernst Steingässer, Théophile-Alexandre Steinlen, Lou Tji-gui, Mathilde ter Heijne, Rodolphe Toepffer, Gary Trudeau, Wang Tschun-bsin / Yang Scha, Félix Vallotton, Lynd Ward, Klaus Wiese / Christian Ziewer, Adolphe Willette, Oscar Zarate u.a.

Die Ausstellung „Wo ist der Wind, wenn er nicht weht? – Politische Bildergeschichten von Albrecht Dürer bis Art Spiegelman“ versammelt international politisch motivierte Bildergeschichten von der Erfindung der Buchdruckkunst bis heute. Anhand ausgewählter Arbeiten von mehr als 130 KünstlerInnen wird die „Geschichte der Bildergeschichte“ erzählt und die Entwicklung der Bildsprache, der Medien und der Inhalte deutlich gemacht.

Die Bildergeschichte ist die demokratischste aller Kunstformen, weil jeder sie „lesen“ und verstehen kann. In ihr ist ein Vermittlungsmoment schon grundsätzlich angelegt, indem sie keine kulturgeschichtliche Kenntnis und Vertrautheit mit Sujets oder Kompositionsprinzipien und allegorischen Gehalten voraussetzt. Das der Bildergeschichte eigene demokratische Bildverständnis kondensiert letztlich den Anspruch von Institutionen, denen es um die Vermittlung von Kunst und die Überbrückung der Kluft zwischen Kunstproduktion und Publikum geht.

Alle ausgewählten Arbeiten zeichnen sich durch eine dezidiert politische Dimension aus. Neben Comics, die eine aufklärerisch-partizipatorische Aufgabe erfüllen, versammelt die Ausstellung zahlreiche Arbeiten, die gesellschaftliche oder soziale Zustände ihrer jeweiligen Zeit kommentieren und dadurch politisch Position beziehen. Die Präsentation der Arbeiten folgt dabei keiner chronologischen, sondern vielmehr einer inhaltlich begründeten Zusammenstellung.

Die eigens für die Ausstellung entwickelte Architektur im Obergeschoss des Kunstvereins unterstützt dieses Referenzsystem: Die einzelnen Hänge- oder Stellflächen sind den räumlichen Sequenzen eines Comics nachempfunden und strukturieren den Raum inhaltlich und visuell. Jedes einzelne Panel stellt eine in sich geschlossene Einheit dar, die darüber hinaus Verbindungen zu anderen Themen zulässt und zahlreiche Anknüpfungen bietet.

Die offene Struktur ermöglicht es, die unterschiedlichen Medien – wie z.B. Druckgrafiken, Bücher, Zeitungen, Filme, Objekte und Installationen – zu integrieren und ihr Kommunikationspotenzial zu beleben und erfahrbar zu machen. Im Erdgeschoss fungieren die Graffiti-Zeichnungen im Stil von Keith Haring als Projektionsfläche für die klassische Präsentation. Die unverwechselbare, reduzierte und einfach verständliche Zeichensprache Harings kommentiert das Zeitgeschehen ebenso wie die gezeigten Arbeiten von Goya oder Callot.

Verbunden sind die beiden Ebenen durch den von Stefan Marx (*1979, lebt in Hamburg) gestalteten Eingangsbereich. Seiner Ausstellung „Pleeease“ liegt ein wandelbares Prinzip zugrunde, das kontinuierliche Veränderungen im Laufe des Jahres zulässt.

Zur Ausstellung erscheint eine Publikation.


Die Ausstellung wird großzügig gefördert von der Kulturstiftung des Bundes

Medienpartner: die tageszeitung