Ausstellungen

1002 Pressefotos aus dem BILD-Archiv

Uns Hamburg

27. März bis 24. Mai 2010

Hafenstraße, 17.11.1987, Foto: Lars Wolschina / ullstein bild
Zugunglück, 6.10.1961, Foto / photo: ullstein bildFrühlingstreppe in Blankenese, 1933, Foto / photo: ullstein bildDie Faust von St. Pauli, Foto / photo: Ernst LütckeWohnungsnot, Foto / photo: Jochen BlumeHafenstraße, 16.3.1994, Foto: Marco Zitzow / ullstein bild Inge V., 25.9.1987, Foto: Klaus Becker / ullstein bild Nobert Grupe und seine Frau Barbara, 10.2.1969, Foto: Boris Heller / ullstein bild Karolinenstraße, 12.4.1961, Foto: Volgmann / ullstein bild Unfall Shell Raffinerie Fuhlsbüttel, 18.5.1989, Foto: Solcher / ullstein bild Stresemannstraße, 16.9.1991, Foto: Ulrich Mahn / ullstein bild "Uns Hamburg" / "We, Hamburg", Installationsansicht / installation view, Foto / photo: Fred Dott, Kunstverein "Uns Hamburg" / "We, Hamburg", Installationsansicht / installation view, Foto / photo: Fred Dott, Kunstverein "Uns Hamburg" / "We, Hamburg", Installationsansicht / installation view, Foto / photo: Fred Dott, Kunstverein "Uns Hamburg" / "We, Hamburg", Installationsansicht / installation view, Foto / photo: Fred Dott, Kunstverein "Uns Hamburg" / "We, Hamburg", Installationsansicht / installation view, Foto / photo: Fred Dott, Kunstverein "Uns Hamburg" / "We, Hamburg", Installationsansicht / installation view, Foto / photo: Fred Dott, Kunstverein

Die Ausstellung greift ausschließlich auf historische Pressefotografien von den 1950er Jahren bis heute zurück. Dafür konnte das umfangreiche Fotoarchiv von ullstein bild genutzt werden. Alle präsentierten Fotografien entstanden im Zusammenhang mit konkreten Ereignissen oder Anlässen und sind in der BILD Hamburg erschienen. Anhand ausgewählter, für Hamburg bedeutsamer Ereignisse – wie z.B. die Flutkatastrophe, die Proteste um die Hafenstraße oder die Erfolge und Misserfolge des HSV – sowie alltäglicher Aufnahmen des Lebens wird die Stadt visuell und sozio-geografisch abgebildet.

Die Ausstellung versammelt 1002 Fotos aus den letzten 60 Jahren. Es ist der alltägliche Blick, der aus den Fotos spricht und sich einprägt. Im Mittelpunkt steht der Mensch, auch wenn er auf einigen Fotos abwesend ist, zeugen Spuren von seiner Existenz. Wir sehen die Akteure fröhlich, trauernd, rebellierend, hoffend, arbeitend, voller Neugier oder auch in privaten, fast intimen Situationen. Es sind Reportagefotografien, die scheinbar beiläufig aus der Sicht der Passanten aufgenommen wurden. Die Fotografen stellen sich mit ihren Kameras nicht über das Geschehen.

Die Fotos sind die Zeugnisse von Beteiligten. Darin liegt ihre künstlerische Stärke. Sie sind aus der aktuellen Situation heraus entstanden, sie sind nicht gestellt oder von langer Hand vorbereitet. Sie irritieren, verstören, sind witzig oder erschreckend. In ihnen entfalten sich komplexe Schicksale und Lebenswelten.

Als Ausstellungsarchitektur fungiert der Hamburger U- und S-Bahn Plan, der auf die Räume des Kunstvereins übertragen wird. Dadurch entsteht nicht nur ein geschichtliches, sondern gleichzeitig auch ein kartographisches Bild der Stadt, welches an kollektiven Erinnerungen festgemacht wird. Das Publikum bewegt sich auf einem imaginierten Stadtrundgang durch die Ausstellung und verbindet aktuelle Orte mit historischen Bildern.

Diese Präsentation erlaubt es den BetrachterInnen das Geschehene zu verorten, und stellt zugleich einen Bruch mit überlieferten und gewohnten Seh- und Interpretationsweisen dar. Der ursprünglich vorhandene Zeitungstext, für den das Foto nur die Illustration darstellte, fällt in dieser Darstellung weg. Zurück bleibt das einzelne Bild – ohne einen wertenden Kommentar, ohne das Vorgeben einer Sehrichtung. Das Bild wird als Momentaufnahme einer bestimmten Zeit gesehen. Ohne die einordnende Information, die dem Bild seine tagesaktuelle Bedeutsamkeit verleiht, spricht nur noch der ästhetische Charakter. Während die Textinformation vielfach vorgibt, was gesehen wird, sprechen die Bilder eine komplexe Sprache. So wird das Foto des festgenommenen Einbrechers, nach dem so viele Monate gefahndet wurde, zu einem einfachen Bild eines Menschen, der in diesem Moment all seinen Gefühlen Ausdruck verleiht und sich trotz der widrigen Umstände das Recht auf Individualität bewahrt.

Im Ausstellungsraum im Erdgeschoss des Kunstvereins werden parallel zu den historischen Fotos der Stadt Hamburg, ausgewählte Fotos von „1414“-BILD-Leser-Reportern gezeigt. Sie wurden nach ästhetischen Gesichtspunkten ausgewählt und vermitteln einen Eindruck der täglichen Bilderwelten und scheinbar nebensächlichen Ereignisse. Ermöglicht durch die weite Verbreitung der technischen Hilfsmittel, hat sich das „Bild der Fotografie“ heute radikal verändert. Unterstützt von Internetportalen wie Youtube oder MySpace werden vor allem junge Menschen zu Dokumentarfotografen des Alltäglichen oder Außerge-wöhnlichen. Die Präsentation von ausgesuchten „1414-Fotos“ zeigt darüber hinaus auch, welchen künstlerischen Stellenwert diese Aufnahmen aufweisen.

Medienpartner der Ausstellung: BILD-Hamburg. Mit freundlicher Unterstützung von ullstein bild.

Ausstellungseröffnung: Freitag, 26. März 2010, 19 Uhr