Ausstellungen

When Saturday Comes

Silke Wagner

18. Dezember 2010 - 27. März 2011

Silke Wagner, When Saturday Comes (Detail), 2006, Installationsansicht Kunstverein Hamburg, 2010, Foto: Fred Dott
Silke Wagner, When Saturday Comes (Detail), 2006, Installationsansicht Kunstverein Hamburg, 2010, Foto: Fred DottSilke Wagner, When Saturday Comes (Detail), 2006, Installationsansicht Kunstverein Hamburg, 2010, Foto: Fred DottSilke Wagner, When Saturday Comes (Detail), 2006, Installationsansicht Kunstverein Hamburg, 2010, Foto: Fred DottSilke Wagner, When Saturday Comes (Detail), 2006, Installationsansicht Kunstverein Hamburg, 2010, Foto: Fred DottSilke Wagner, When Saturday Comes (Detail), 2006, Installationsansicht Kunstverein Hamburg, 2010, Foto: Fred DottSilke Wagner, When Saturday Comes (Detail), 2006, Installationsansicht Kunstverein Hamburg, 2010, Foto: Fred Dott

Der Kunstverein Hamburg präsentiert in einer Folge von zwei Einzelausstellungen ausgewählte Neon-Arbeiten von Silke Wagner (*1968, lebt in Frankfurt/Main) aus den Jahren 2006-2008.

Hauptsächlich werden Neon-Schriftzüge für die Außenwerbung im Stadtraum eingesetzt, um Aufmerksamkeit zu generieren und auf anschauliche Weise Aussagen zu transportieren. Aber im Bereich der Bildenden Kunst finden Leuchtröhren ihren Einsatz: als Medium, mit dem sich Botschaften und Inhalte auf visueller Ebene kommunizieren lassen. Auch Silke Wagner verfolgt mit ihren Neon-Arbeiten eine Form der bildlichen Informationsvermittlung. Allerdings stehen bei ihr politische Aussagen oder Symbole im Vordergrund. Es geht um eine politische Aufklärung und Agitation, abseits der klassischen Demonstrationsbanner oder Plakate, jenseits angestammter künstlerischer Medien und Aktionsfelder. Zum anderen überführt Wagner genuin gesellschaftsrelevante Themen in den Kunstkontext und generiert dadurch nicht nur eine neue Öffentlichkeit, sondern verwischt die Grenzen zwischen der Ausstellungssituation und dem alltäglichen Leben.

So z.B. die Arbeit „When Saturday Comes“ – ursprünglich für die Ausstellung „Das große Rasenstück“ im öffentlichen Raum der Stadt Nürnberg 2006 konzipiert – versammelt Motive aus dem Bereich Fußball, die vor allem die kritischen Aspekte des Sports betrachten. Die ästhetische Auseinandersetzung mit dem Thema Fußball entspringt dabei weniger einer Spielleidenschaft, als vielmehr der Tatsache, dass sich am „System Fußball“ zahlreiche soziale Entwicklungen und politische Tendenzen ablesen lassen. So findet sich z.B. das Portrait des britischen Fußballspielers Justin Fashanu in der Arbeit wieder. Er spielte in den 1980er Jahren u. a. für Nottingham Forest und bekannte sich als erster und bisher einziger professioneller Spieler zu seiner Homosexualität, was letztlich zu seiner Entlassung führte. Oder das Gesicht Cesar Luis Menottis, der als Trainer mit Argentinien 1978 den Weltmeistertitel gewann. Bei der Übergabe des Pokals verweigerte er demonstrativ und vor laufender Kamera dem argentinischen Diktator General Videla den Handschlag. Die stilisierten Gesichter, Fußball-Wappen oder Motive werden im Ausstellungsraum im Erdgeschoss des Kunstvereins zu einem Wandbild arrangiert, das sich schrittweise aufbaut.

Interview mit Silke Wagner bei WhiteTube.de