Ausstellungen

Charley Harper

25. Juni - 11. September 2011

Charley Harper, Cool Carnivore, 1979, Charley Harper Art Studio
Charley Harper, Scissor-Tailed Flycatcher, 1956, Charley Harper Art StudioCharley Harper (Fotocollage), Foto: Todd Oldham, 2007, aus: Charley Harper "An Illustrated Life"Charley Harper, Dolfun, 1977, Charley Harper Art StudioCharley Harper, The Name is Puffin, 1971, Charley Harper Art StudioCharley Harper, Flamingo a Go Go, 1988, Charley Harper Art StudioCharley Harper, Best Dressed, 1973, Charley Harper Art StudioCharley Harper, Roseate Spoonbill, 1958, Charley Harper Art StudioCharley Harper, Installationsansicht / installation view Kunstverein Hamburg, 2011, Foto / photo: Fred Dott / Kunstverein HamburgCharley Harper, Installationsansicht / installation view Kunstverein Hamburg, 2011, Foto / photo: Fred Dott / Kunstverein HamburgCharley Harper, Installationsansicht / installation view Kunstverein Hamburg, 2011, Foto / photo: Fred Dott / Kunstverein HamburgCharley Harper, Installationsansicht / installation view Kunstverein Hamburg, 2011, Foto / photo: Fred Dott / Kunstverein Hamburg

Vögel, Säugetiere, Insekten, Reptilien und Fische – die zahlreichen Motive des Malers und Grafikers Charley Harper (1922 –2007) formen ein visuelles Ökosystem, in dem Farben, Formen, Linien und Themen in Wechselbeziehung zueinander stehen und eine vollkommene Balance bilden. Harper hat die besondere Fähigkeit, die Essenz, das Wesen jedes lebenden Organismus mit wenigen Strichen oder Formen einzufangen. Seine Arbeiten fordern unsere bisherige Wahrnehmung der Umwelt heraus und bieten einen neuen und unerwarteten Weg, die Natur in einfachen und doch komplexen Bildern und Worten zu erfahren.

Charley Harper fängt das Wesen seiner Bildmotive mit wenigen, aber bewusst ausgewählten, visuellen Elementen ein. Er selbst bezeichnete diesen Stil als "minimalen Realismus". Als Künstler war er weniger daran interessiert, eine Illusion der Realität zu kreieren, als vielmehr die unendlichen Muster und Entwürfe der Natur einzufangen. Im Gegensatz zur traditionellen realistischen Naturmalerei ist seine Form der Darstellung grafisch einfach, simpel und doch spielerisch und unterhaltsam. Auf die Frage, seinen einzigartigen visuellen Stil zu beschreiben, antwortete Harper: "Wenn ich ein Naturthema betrachte, schaue ich mir nicht jede einzelne Feder an den Flügeln an, ich zähle einfach nur die Flügel. Ich sehe aufregende Formen, Farbkombinationen, Muster, Strukturen, faszinierendes Verhalten und endlose Möglichkeiten, interessante Bilder zu schaffen." Sein Stil reduziert komplexe Organismen und Naturmotive auf ihr Wesentliches. Diese Reduktion führt aber nicht zu einem Identitätsverlust. Ganz im Gegenteil. Erst durch diese Vereinfachung treten Besonderheiten und Auffälligkeiten besonders hervor.

Harper erschloss sich seine Umwelt nicht mit Pinsel und Farbpalette, sondern vielmehr mit Lineal, Zirkel oder Kurvenlineal und näherte sich der Einzigartigkeit der Organismen auf diese Weise fast analytisch an. Doch im Gegensatz zu Naturwissenschaftlern war er nicht an den Details interessiert. Ihn faszinierte vielmehr das markante, offensichtliche Merkmal, welches ein Tier oder eine Pflanze auszeichnet und leicht wiedererkennen lässt.

Als erste Institution in Deutschland präsentiert der Kunstverein Hamburg mehr als 60 Siebdrucke und Illustrationen aus den Jahren 1956 bis 2007 im Rahmen einer umfangreichen Einzelausstellung.