Ausstellungen

Blind Man's Faith

Norbert Schwontkowski

26. Januar - 14. April 2013

Norbert Schwontkowski, Unser kosmisches Leben, 202/13, Foto: Jochen Littkemann, Courtesy Bella, Chloe und Vicco Brunnet
Norbert Schwontkowski, Open Air, 2011, Courtesy Contemporary Fine Arts, BerlinNorbert Schwontkowski, Der Lehrer, 2010, Foto: Jochen LittkemannNorbert Schwontkowski, Surrealistenstammtisch, 2009, Foto: Jochen Littkemann, Courtesy Contemporary Fine Arts, BerlinNorbert Schwontkowski, Bar 11, 2009, Sammlung Dr. J. LindenbergerNorbert Schwontkowski, Baku, 2006, Sammlung BöhningNorbert Schwontkowski, Auf Reede III, 2003, Foto: Jochen Littkemann, Courtesy Deichtorhallen Hamburg - Sammlung FalckenbergNorbert Schwontkowski, Flamingo, 2009, Foto: Jochen Littkemann, Sammlung SperlingNorbert Schwontkowski, The Other Continent, 2009, Foto: Jochen Littkemann, Galerie Michael Haas, BerlinNorbert Schwontkowski, "Blind Man's Faith", Installationsansicht Kunstverein Hamburg, Foto: Fred DottNorbert Schwontkowski, "Blind Man's Faith", Installationsansicht Kunstverein Hamburg, Foto: Fred DottNorbert Schwontkowski, "Blind Man's Faith", Installationsansicht Kunstverein Hamburg, Foto: Fred DottNorbert Schwontkowski, "Blind Man's Faith", Installationsansicht Kunstverein Hamburg, Foto: Fred DottNorbert Schwontkowski, "Blind Man's Faith", Installationsansicht Kunstverein Hamburg, Foto: Fred DottNorbert Schwontkowski, "Blind Man's Faith", Installationsansicht Kunstverein Hamburg, Foto: Fred Dott

Norbert Schwontkowski (*1949, lebt in Bremen und Berlin) sucht in seinen Zeichnungen und Malereien nicht den Weg der abstrakten Anschauung, sondern lässt aus dem geschaffenen Bildfundament Objekte und Figuren heraustreten. Fragmentarisch und ausschnitthaft hält er die Welt und die scheinbaren Nichtigkeiten des Alltags fest und erweist sich auf jeder noch so kleinen Leinwand als großer Erzähler. Es geht um die Schwächen und den Übermut der Menschen, um Unzulänglichkeit und gelähmtes Dasein, aber oft auch um kleine Momente der Bewegung und des Glücks. Schwontkowskis Arbeiten führen die Durchlässigkeit der Grenzen zwischen Fantasie und Wirklichkeit, zwischen Vergangenem und Gegenwärtigem vor.


Der Betrachter wird aufgefordert, seine eigenen Erfahrungen und Erinnerungen zu aktivieren: Der Künstler möchte mit seinen Bildern Auslöser eines "inneren Kinos" sein. Nur durch persönliche Bezüge kann der Unschärfe und Mehrdeutigkeit, mit der Schwontkowski seine Bilder formuliert, begegnet werden: "Was wir sehen, blickt uns an". Melancholie und Sehnsucht bestimmen vieler seine Bilder, die er aber durch seinen Humor zu brechen weiß. Dieser entsteht vor allem im Zusammenspiel zwischen Bildidee und Werktitel. Dabei ist sein Zugang zur Malerei den Surrealisten und ihrem Glauben an die Freude nicht unähnlich, was sich auch in seiner speziellen Arbeitsmethode und dem Zulassen des Zufalls verdeutlich.

Neben Ölfarbe, Kreide, Wasser oder Pigmenten fügt Schwontkowski seinen Bildern oft Metalloxyde zu, was zu unvorhersehbaren Veränderungen der Farbe führen kann. In einer Nass-in-Nass Technik werden zunächst viele Farbschichten übereinander gelagert und so eine Art horizontales Fundament geschaffen. Die Verwendung von Metalloxyden ähnelt hinsichtlich der Lichtempfindlichkeit den Verfahren aus Fotografie und Film. Ein Teil des Malvorgangs wird der nicht kontrollierbaren Chemie und dem Zufall überlassen; Schwontkowski setzt ihre willkürlichen, überraschenden Effekte bewusst ein. Die Bilder arbeiten weiter und verändern mit jedem Tag ihre Farben. Es entstehen mal pastose, mal fließende, häufig schimmernde Flächen in einer November bis Februar Farbigkeit, die gleichzeitig Leichtigkeit und Schwere erzeugt.

Der Kunstverein Hamburg präsentiert im ersten Obergeschoss ca. 30 ausgewählte Arbeiten des Künstlers aus den Jahren 1999 bis 2013, neben großformatigen Leinwandarbeiten auch zahlreiche Skizzenbücher.