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Nathan Hylden

13. Juli - 15. September 2013

Nathan Hylden, Untitled, 2013, Foto: Fredrik Nilsen
Nathan Hylden, Untitled, 2013, Foto: Fredrik Nilsen Nathan Hylden, Untitled, 2013, Foto: Fredrik Nilsen Nathan Hylden, Untitled, 2013, Foto: Fredrik Nilsen Nathan Hylden, Untitled, 2013, Foto: Fredrik Nilsen Nathan Hylden, Installationsansicht Kunstverein Hamburg, 2013, Foto: Henning RoggeNathan Hylden, Installationsansicht Kunstverein Hamburg, 2013, Foto: Henning RoggeNathan Hylden, Installationsansicht Kunstverein Hamburg, 2013, Foto: Henning Rogge

Durch Strategien der Wiederholung und der Imitation wird das Primat der Einzigartigkeit – eines der Hauptkriterien im Bewertungssystem der Kunst –, immer wieder von Künstlergenerationen ausgelotet und hinterfragt. Das Prinzip der Serie findet sich bei zahlreichen künstlerischen Positionen der Pop Art, der Minimal Art und der Konzeptkunst wieder.

Gerade am Beispiel der Malereien von Nathan Hylden (*1978, lebt in Los Angeles) wird das besonders deutlich. Ausgangspunkt der aktuellen Serie, die u.a. im Kunstverein Hamburg gezeigt wird, bildet das Foto seines Künstlerateliers. Es zeigt die Schattenumrisse verschiedener Gegenstände und Möbelstücke, die sich an diesem Ort anfinden, nun aber besonders arrangiert und in Szene gesetzt werden. Er überträgt dieses Foto im Siebdruckverfahren auf 10 gleich große, dünne Aluminiumtafeln, wobei das Motiv jedes Mal minimal versetzt wird. Anschließend werden die Flächen in variierender Reihenfolge grobflächig mit Farbe bestrichen, übereinander gestapelt und mit Acrylfarbe bearbeitet. Durch die Überlagerungen entstehen sichtbare Spuren der jeweils anderen Aluminiumplatte, sie verweisen indexikalisch aufeinander und zeigen das Vorhandensein weiterer Bilder bereits an: Jedes Bild hat einen Vorgänger und einen Nachfolger in einem schier unendlichen Prozess der Produktion.

Am Ende platziert Hylden die silbergrauen und roten Aluminiumflächen so im Ausstellungsraum, dass sich an den Wänden das Schattenspiel aus seinem Atelier abbildet: Wand wird wieder zur Wand. Die Arbeitssituation seines Ateliers wird als Malerei Bestandteil der Ausstellung, der Ort der Produktion wird zum Ort der Präsentation. Dadurch vermischen sich die eigentlich voneinander getrennten Bereiche, es entsteht ein Abbild des Originals. Für die BetrachterInnen wird die Abfolge der Aluminiumarbeiten zu einer filmischen Sequenz, bei der die wandernden Schattenumrisse den zeitlichen Verlauf abbilden. Hylden synchronisiert Zeit und Raum und thematisiert mit diesen Arbeiten die Bedingungen und Möglichkeiten der Malerei, erprobt verschiedene Trägermedien und ihr Zusammenspiel mit unterschiedlichen Farbschichten.

Das technische Verfahren hat die Bildproduktion standardisiert und normiert, die Geste des Künstlers wird auf ein Minimum reduziert und mehrheitlich an das Konzept der Wiederholung abgegeben. Es entsteht ein Bilderkosmos von zahlreichen miteinander verknüpften und gegenseitig aufeinander verweisenden Arbeiten, deren Schönheit sich gerade durch das Serielle und Repetitive entwickelt bzw. durch ihre kleinen Abweichungen und Differenzen: "Die Welt ist so beschaffen, das sie zunächst aus vollendeten stereotypen Wiederholungen besteht. Innerhalb dieser freuen wir uns unaufhörlich über kleine Differenzen, Varianten und Modifikationen". (G. Deleuze)

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.