Ausstellungen

Es muss so sein

HOOSEN

28. September 2013 - 5. Januar 2014

HOOSEN, Justitia, 2013
HOOSEN, Betende Frauen, 2012HOOSEN, Metro-Geist, 2012HOOSEN, Kolibriboy, 2012HOOSEN, Es muss so sein, Installationsansicht Kunstverein Hamburg, Foto: Fred DottHOOSEN, Es muss so sein, Installationsansicht Kunstverein Hamburg, Foto: Fred DottHOOSEN, Es muss so sein, Installationsansicht Kunstverein Hamburg, Foto: Fred DottHOOSEN, Es muss so sein, Installationsansicht Kunstverein Hamburg, Foto: Fred Dott

Der Kunstverein in Hamburg zeigt die erste institutionelle Einzelausstellung von Christian Hans Albert Hoosen (*1981, lebt in Berlin). Seine Zeichnungen, Malereien und Collagen lösen eine Vielzahl von Geschichten und Assoziationen aus. Sie erinnern an expressionistische Gedichte voll großer Metaphorik, Bildlichkeit, Farbsymbolik und teilweise auch mit schockierenden Momenten. Sie funktionieren als offene Bühnen für Gedanken und speichern Allgemeingut, sind also dem kollektiven Gedächtnis vergleichbar, ein Steinbruch von Geschichte und Kultur. In der Allgemeinheit jedoch liegt ihre geheimnisvolle Präzision.

Grelle Farben und schnell gezeichnete, sich überlagernde Motive und Formen ergeben ein wirres Panoptikum, welches sich erst bei konzentrierter Betrachtung entschlüsselt. Immer wieder tauchen schräge Vögel, fabelhafte Wesen, Fratzen oder comicartige Figuren auf, eine Flut von Elementen verschlingt sich ineinander und bildet einen eigenständigen, wilden Bilderkosmos. Seine Arbeiten setzen sich aus einer vielschichtigen Mischung privater Welten und unscheinbar wirkender, alltäglicher Momente zusammen.


Die Ausstellung im Kunstverein Hamburg präsentiert aktuelle Arbeiten der letzten zwei Jahre, darunter auch eine Gruppe von Papierarbeiten, die an imaginäre Konzert- oder Ausstellungsankündigungen erinnern. Ohne entsprechende Zeit- und Ortsangabe fehlt ihnen zwar jegliche indexikalische Verweiskraft, trotzdem entwickeln sie hohe Werbequalitäten für ein nicht näher bestimmtes Ereignis. Auf der gegenüberliegenden Wand sind zahlreiche unterschiedliche Maltechniken und Formate in einer Petersburger Hängung vereint, die das breite Bilderspektrum seiner Arbeiten deutlich macht. Flankiert wird diese Zusammenstellung von großformatigen Leinwand- und Papierarbeiten, die an ausufernde Comiczeichnungen erinnern und wild gestikulierende Pinselführungen erkennen lassen. Die kunsthistorischen Verweise auf Lee Krasner oder Arshile Gorky sind evident, auch wenn HOOSEN erklärt: "Die Szenen kommen zu mir, ich lasse die Geschichten nur rahmen und bezahle die Farbe".