Ausstellungen

Let’s Make the Water Turn Black

Geoffrey Farmer

1.3. - 25.5.2014

Geoffrey Farmer, Let's Make the Water Turn Black, 2013-2014, Ausstellungsansicht, Kunstverein in Hamburg, Foto: Fred Dott
Geoffrey Farmer, Let's Make the Water Turn Black, 2013-2014, Ausstellungsansicht, Kunstverein in Hamburg, Foto: Fred DottGeoffrey Farmer, Let's Make the Water Turn Black, 2013-2014, Ausstellungsansicht, Kunstverein in Hamburg, Foto: Fred DottGeoffrey Farmer, Let's Make the Water Turn Black, 2013-2014, Ausstellungsansicht, Kunstverein in Hamburg, Foto: Fred DottGeoffrey Farmer, Let's Make the Water Turn Black, 2013-2014, Ausstellungsansicht, Kunstverein in Hamburg, Foto: Fred DottGeoffrey Farmer, Let's Make the Water Turn Black, 2013-2014, Ausstellungsansicht, Kunstverein in Hamburg, Foto: Fred DottGeoffrey Farmer, Let's Make the Water Turn Black, 2013-2014, Ausstellungsansicht, Kunstverein in Hamburg, Foto: Fred DottGeoffrey Farmer, Let's Make the Water Turn Black, 2013-2014, Ausstellungsansicht, Kunstverein in Hamburg, Foto: Fred DottGeoffrey Farmer, Let's Make the Water Turn Black, 2013-2014, Ausstellungsansicht, Kunstverein in Hamburg, Foto: Fred DottGeoffrey Farmer, Let's Make the Water Turn Black, 2013-2014, Ausstellungsansicht, Kunstverein in Hamburg, Foto: Fred Dott

Die neue Direktorin des Kunstvereins in Hamburg Bettina Steinbrügge freut sich, den kanadischen Künstler Geoffrey Farmer in seiner ersten Einzelausstellung in Deutschland zu präsentieren.

Die einzigartige künstlerische Praxis von Geoffrey Farmer (*1967) hat ihre Wurzeln in Dada, Happenings, Performance und prozessbasierter Kunst. Sie verweist auf die Möglichkeit alternativer Zeitlichkeiten, konfiguriert den Gegensatz von Materialität und Begrifflichkeit neu und lässt sich auf das Abenteuer der performativen Herstellung von Bedeutung ein. Nach ausführlichen Recherchen erstellt der Künstler Enzyklopädien, die Aspekte der bildenden Kunst, Literatur, Musik, Politik, Geschichte und Soziologie zusammenführen.

Das mechanischen Stück "Let's Make the Water Turn Black" ist durch Farmers Interesse am Kabuki-Theater inspiriert und besteht aus zahlreichen, teilweise kinetischen Skulpturen, die einer sich über die Dauer des Tages ständig verändernden, computergenerierten Licht- und Klangpartitur folgen. Frank Zappas Leben strukturiert die prozessuale Arbeit, die sich chronologisch über die Jahre 1940 bis 1993 entfaltet und verschiedene Methoden umsetzt, die Farmer beeinflusst haben: William S. Burroughs Technik des "Cut-up", Kathy Ackers Darstellung von Nachahmung sowie Zappas kompositorische Technik der Xenochrony, mit der die Verfremdung der Zeit bezeichnet wird. Dadurch entsteht ein kaleidoskopischer Effekt, der disparate Themen ermöglicht und von Edgar Varèse bis zu den L.A. Riots reicht, vom Pachuco bis zum Nasebohren. Algorithmen und die Improvisationsfähigkeit der Partitur lassen Farmers Stück jeden Tag aufs Neue zu einer besonderen und unvorhersehbaren Erfahrung werden.

Farmer untersucht in seinen Arbeiten Vorstellungen und Repräsentationen von Macht, Freiheit und Identität, die häufig den gemeinschaftlichen Protestbewegungen der späten 1960er Jahre entstammen. Die Möglichkeit des Seins durch Musik repräsentiert eine antiautoritäre Perspektive auf Gesellschaft. Der Künstler trägt zu einer Neuausrichtung von Kulturgeschichte bei, indem er chronologische Strukturen aufbricht und kulturelle Formen vermischt. Der kaum wahrnehmbare Raum zwischen der Außenwelt und der Welt der Kunst markiert einen Punkt des Übergangs, an dem sich dem Besucher neue Möglichkeiten mittels Musik eröffnen.
(Kompositorische Produktion von Brady Marks und Geoffrey Farmer)

Die Ausstellung ist eine Koproduktion der Institutionen Migros Museum für Gegenwartskunst Zürich, Nottingham Contemporary, Kunstverein in Hamburg und dem Pérez Art Museum Miami. Jede Institution zeigt eine andere Version der sich über die Zeit fortlaufend entwickelnden Installation.

Zur Ausstellung sind eine Monographie bei JRP|Ringier sowie ein Künstlerbuch, veröffentlicht von Studio Farmer, erschienen.

Mit freundlicher Unterstützung der Kulturbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg und der Botschaft von Kanada.