Ausstellungen

Forever is Composed of Nows

Lisa Oppenheim

27.9.2014 - 18.1.2015

Lisa Oppenheim, "Forever is Composed of Nows", Ausstellungsansicht, Kunstverein in Hamburg, 2014, Foto: Fred Dott
Lisa Oppenheim, "Forever is Composed of Nows", Ausstellungsansicht, Kunstverein in Hamburg, 2014, Foto: Fred DottLisa Oppenheim, "Forever is Composed of Nows", Ausstellungsansicht, Kunstverein in Hamburg, 2014, Foto: Fred DottLisa Oppenheim, "Forever is Composed of Nows", Ausstellungsansicht, Kunstverein in Hamburg, 2014, Foto: Fred DottLisa Oppenheim, "Forever is Composed of Nows", Ausstellungsansicht, Kunstverein in Hamburg, 2014, Foto: Fred Dott

This is my letter to the world
That never wrote to me

(Emily Dickinson)
 
In den letzten zehn Jahren hat die Künstlerin Lisa Oppenheim kontinuierlich einen einzigartigen Werkkomplex entwickelt, der den Gebrauch und die Transformation von präexistenten Bildern untersucht. Die Ausstellung Forever is Composed of Nows zeigt ihre aktuellsten Arbeiten. Oppenheims Auseinandersetzung mit der Fotografie ist konzeptuell: Ihre Arbeiten gehen vom Material aus, von den Techniken des Mediums und befragen die Bedingungen der Bildproduktion. Sie analysiert die indexikalischen und dokumentarischen Eigenschaften der Fotografie und die Art und Weise, in der ihre technischen Vorrichtungen in spezifischen kulturellen und historischen Kontexten verwurzelt sind. In der Ausstellung im Kunstverein nutzt Oppenheim neue Materialien wie Textilien und Keramik als Trägermedien und erweitert damit ihre Untersuchung der fotografischen Repräsentationsmöglichkeiten.

Der Titel der Ausstellung ist ein Zitat von Emily Dickinson und verweist auf eine Vorstellung von Geschichte, die Oppenheims gesamte künstlerische Praxis durchzieht. Während sie die Bildsprache einer jüngeren oder ferneren Vergangenheit aufgreift, ist es stets die Gegenwart, in der Oppenheim die Erfahrung des Produzierens und Rezipierens verortet. In La Quema (2014) erzeugt die Künstlerin Fotografien, die den Rauch eines Brennofens, aufgenommen vom wegweisenden mexikanischen Fotografen Manuel Álvarez Bravo, zeigen, und belichtet sie in einem performativen Akt durch den Lichtschein eines Feuers. Diese Serie wird von Keramikfliesen komplettiert, deren Tonerde aus den verschiedenen mexikanischen Regionen stammt. Die Jacquard Weaves (2014) sind speziell gewebte Textilien, die mit digitalen Bildern der Textilsammlung Seth Siegelaubs erstellt wurden. In diesem Projekt verbindet die Künstlerin mit fotografischen Mitteln das Erbe konzeptueller Methoden mit den frühen Computertechnologien, deren Störungen und Interferenzen unser digitales Zeitalter bestimmen.

Repräsentation und künstlerischer Prozess sind in Oppenheims Praxis konsistent. Ihre Bilder werden im Lichte einer buchstäblichen wie metaphorischen Gegenwart neu formuliert: Ein Licht in der Dunkelkammer erzeugt das Bild eines anderen Rauches aus einer anderen Zeit, dessen Ursprung nur noch in Spuren zum Vorschein kommt. Was zählt ist, was sich verändert hat.

Nature is a haunted house--but Art--is a house that tries to be haunted.
(Emily Dickinson)


Zur Ausstellung wurde in Kooperation mit dem Grazer Kunstverein und FRAC Champagne-Ardenne Oppenheims erste monografische Publikation herausgegeben, die bei Sternberg Press erschienen ist.

Lisa Oppenheim wurde 1975 in New York geboren, wo sie lebt und arbeitet. 2002 erhielt sie ihren MFA an der Milton Avery Graduate School for the Arts am Bard College und nahm kurz danach am Independent Study Program des Whitney Museums teil. Zwischen 2004 und 2005 war sie Resident an der Rijksakademie van beeldende kunsten in Amsterdam. Ihre Arbeiten wurden zuletzt im Museum of Modern Art, im New Museum, im 21er Haus in Wien und im Grazer Kunstverein gezeigt. Zurzeit oder in Kürze sind Oppenheims Arbeiten im Guggenheim Museum NY, FRAC Champagne-Ardenne, Deutsche Bank Kunsthalle Berlin, Art Gallery of Ontario, MASS MoCA, The Israel Museum und im J.Paul Getty Museum in Los Angeles zu sehen.


Die Ausstellung wird gefördert und unterstützt von der Kulturbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg, der Rudolf Augstein Stiftung und Adolf Fette GmbH & Co KG.