Ausstellungen

Cash for Gold

Nina Beier

23.5. — 26.7.2015

Nina Beier, Cash for Gold, Ausstellungsansicht, Kunstverein in Hamburg, 2015, Foto: Fred Dott
Nina Beier, Cash for Gold, Ausstellungsansicht, Kunstverein in Hamburg, 2015, Foto: Fred DottNina Beier, Cash for Gold, Ausstellungsansicht, Kunstverein in Hamburg, 2015, Foto: Fred DottNina Beier, Cash for Gold, Ausstellungsansicht, Kunstverein in Hamburg, 2015, Foto: Fred DottNina Beier, Cash for Gold, Ausstellungsansicht, Kunstverein in Hamburg, 2015, Foto: Fred DottNina Beier, Cash for Gold, Ausstellungsansicht, Kunstverein in Hamburg, 2015, Foto: Fred DottNina Beier, Cash for Gold, Ausstellungsansicht, Kunstverein in Hamburg, 2015, Foto: Fred DottNina Beier, Cash for Gold, Ausstellungsansicht, Kunstverein in Hamburg, 2015, Foto: Fred DottNina Beier, Cash for Gold, Ausstellungsansicht, Kunstverein in Hamburg, 2015, Foto: Fred Dott

Künstlergespräch:
23.5.2015, 15 Uhr
Nina Beier im Gespräch mit Bettina Steinbrügge
(in englischer Sprache)



“Beier’s recent inquiries are centered on ubiquitous representations of things that appear on and within other things, questioning the ways objects at once are exhausted by human signification yet are not fully determined by language and apprehension.” (Post Brothers)


Nina Beiers erste institutionelle Einzelausstellung in Deutschland Cash for Gold im Kunstverein in Hamburg verdeutlicht ihre künstlerische Verhandlung der Leerstelle zwischen bildlicher Repräsentation und Wertvorstellungen. Unentwegt spürt die Künstlerin den Status von Bildern auf, die unsere gesellschaftliche Realität bestimmen und entwickelt anhand ihrer ein eigenes, wandlungsfähiges Lexikon. Ausgehend von der Kompromisslosigkeit "autorloser" Vorlagen, kann alles  ‒ von kommerzieller, traditioneller oder natürlicher Produktion  ‒ Einzug in ihr Vokabular halten. Sie nimmt Materialien, wie Nikotin, Kaugummi, Hermès Krawatten, Perücken aus menschlichem Haar und künstlichen Schweiß aus ihren festgeschriebenen Zusammenhängen heraus, um die Schichten historischer, kultureller und sozialer Informationen aufzudecken. In Zeiten massenproduzierter und heimatloser Bilder werden Körper zu Trägern von unmöglichen Versprechen. Beiers Arbeiten enthüllen die Verwirrung von Bild und Dargestelltem, um die komplexen Zusammenhänge zu zeigen, in denen Bedeutungen niemals stabil sind.


Glossar zur Ausstellung


Palme: In vielen historischen Kulturen dienten Palmen als Symbole für Vorstellungen wie Sieg, Frieden, Fruchtbarkeit. Auch heute sind Palmen noch ein beliebtes Symbol für die Tropen und für Urlaub.(1) Hund: Der Hund ist ein Tier mit vielen Fähigkeiten; er verhält sich Menschen gegenüber sehr loyal, gehorsam und voller blinder Liebe.(2) Handgefertigter Perserteppich: Öl stellt das größte Exporteinkommen dar, aber im Hinblick auf Erwerbstätigkeiten dominiert die Teppichproduktion. Millionen von IranerInnen sind auf die eine oder andere Weise an der Herstellung von Teppichen beteiligt.(3) Perücke aus menschlichen Haaren: Generell werden vier grundlegende Arten von Haaren für Perücken verwendet: chinesisches, indonesisches, indisches und europäisches/kaukasisches. Die meisten Perücken bestehen aus asiatischem Haar.(4) Nikotinkaugummi: „Mit dem Rauchen aufzuhören ist kinderleicht“, sagte Mark Twain einmal, „ich habe es schon hundertmal geschafft.“ Hermes: Wegen seiner Schnelligkeit erhielt Hermes die Rolle des Boten und desjenigen, der die Seelen in die Unterwelt geleitet. Hermes war der einzige Gott des Olymps, der autorisiert war, den Himmel, die Erde und auch die Unterwelt zu besuchen. Daher war er bei den griechischen Göttern und Göttinen sowie Geistwesen sehr beliebt.(5) Künstliche Tränen: Die meisten künstlichen Tränen dienen dem gleichen Zweck: Sie sollen die Konsistenz des Auges, den Komfort im Auge und eine Interaktion mit der Augenoberfläche unterstützen, sodass Beschwerden verringert werden und die Augenoberfläche geschützt wird.(6) Bronze: Bronze wurde zur Produktion von Waffen, Werkzeugen und Rüstung, aber auch weiträumig in der Kunstproduktion verwendet; tatsächlich wurden auch funktionale Bronze-Gegenstände häufig zu künstlerischer Dekoration umfunktioniert.(7) Archivfotografie: Diese anonymen und heimatlosen Bilder, die aus Bilder-Datenbanken stammen, wurden von freiberuflichen FotografInnen aufgenommen, die herausfinden wollten, was heutzutage kommuniziert werden sollte. So entstehen leere und offene Metaphern und je weniger diese Bilder bedeuten ‒ oder um es anders auszudrücken, je mehr sie bedeuten können ‒, desto erfolgreicher sind sie.(8) Schweiß: Auch wenn Schweiß bei vielen Säugetieren vorkommt, produzieren relativ wenige davon, wie auch Menschen und Pferde, große Schweißmengen zur Abkühlung.(9).
(Bettina Steinbrügge)

(1) Wikipedia (2) DPH Trading (3) carpetencyclopedia.com
(4) wigs.com (5) greek-gods.info (6) reviewofophthalmology.com
(7) arthistory.net (8) Nina Beier (9) Wikipedia


Nina Beier (*1975, Århus, Dänemark) hatte zuletzt Einzelausstellungen in der Galerie Metro Pictures, New York; bei Objectif Exhibitions, Antwerpen; in der DRAF, London; im Kunsthaus Glarus, Schweiz; in der Galerie Mostyn, Llandudno, UK; bei den Proyectos Monclova, Mexiko; in den Galerien Croy Nielsen, Berlin und Standard (Oslo), Oslo, sowie in der Kunsthal Charlottenborg, Kopenhagen. Ihre Werke waren außerdem in Gruppenausstellungen im Centre Pompidou, Paris; in der Tate Modern, London; im CCA Wattis, San Francisco; im Musée d'Art Moderne, Paris; im KW Institute for Contemporary Art, Berlin; im The Artist’s Institute, New York; in der Fondazione Sandretto Re Rebaudengo, Turin und in der Power Station, Shanghai zu sehen. Beier erhielt 2014 den Kunstpreis der Böttcherstraße.


Im Herbst 2015 erscheint ein Katalog zur Ausstellung, herausgegeben vom Kunstverein in Hamburg, Kunsthalle Glarus und Mousse Publishing. Die Ausstellung wird von der Kulturbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg, dem Danish Arts Council sowie von der Vitra GmbH und Zavak GmbH unterstützt.