Forschung

KUNSTPIONIERE

KUNSTPIONIERE
ist ein neuartiges und innovatives Kooperationsprojekt zwischen Hamburger Schulen und Kunstinstitutionen. Bei diesem im Schuljahr 2015/16 erstmalig durchgeführten Vorhaben geht es darum, zeitgenössische Kunst und die künstlerische Produktion von Schülerinnen und Schülern in den Schulen verstärkt zum Dreh- und Angelpunkt einer Auseinandersetzung mit der je eigenen Wirklichkeit und mit den Künsten selbst zu machen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Erforschung zeitgenössischer Kunst und eine prozessorientierte Arbeitsweise sowie ein individueller Zugang zur Kunst. Die Schülerinnen und Schüler werden zu sogenannten KUNSTPIONIEREN; sie werden zu Kunstreportern, Kunstvermittlern, Kunstforschern, Künstlern und Ausstellungsmachern.
KUNSTPIONIERE verfolgt das Ziel, Schülerinnen und Schüler noch direkter an die verschiedenen Kunstinstitutionen, an aktuelle Kunst überhaupt, heranzuführen und die Schülerinnen und Schüler hinter die Kulissen schauen zu lassen und ihnen neue Lernräume zu eröffnen. Das neue Projekt KUNSTPIONIERE ermöglicht Kindern und Jugendlichen eine forschende und kreative Auseinandersetzung mit aktueller Kunst im Sinne ästhetischer Forschung, baut Barrieren zu Ausstellungshäusern ab und schafft eine neue Öffentlichkeit für Schülerarbeiten.
Die künstlerischen Ergebnisse der Kunstpioniere werden in Blitzausstellungen im Kunstverein präsentiert.

Termine:
Führung 10.2.2016, 10:30 Uhr
Blitzausstellungem 1.4. und 7.4.2016, jeweils 18 Uhr

Teilnehmende Museen im Schuljahr 2015/16 sind folgende:
Kunstverein Hamburg, Kunsthaus Hamburg, Deichtorhallen - Halle für aktuelle Kunst , Deichtorhallen - Haus der Photographie , Sammlung Falckenberg, Museum für Kunst und Gewerbe



WORKSHOP für Geflüchtete

Film- und Fotoprojekt: „Menschen suchen nach ihrem Glück“

Als Ort der zeitgenössischen Kunstvermittlung will der Kunstverein in Hamburg Geflüchteten verschiedener Altersgruppen einen Ort bieten, an dem sie sich willkommen fühlen und wiederkehren möchten. Das Ziel des Projekts „Menschen suchen nach Ihrem Glück“ ist, Geflüchteten aus verschiedenen Ländern und Kulturen eine Gelegenheit zu geben, in einem neuen Kontext und Umfeld einen gemeinsamen Austausch zu bieten, Kultur zu erleben und so ihr Selbstbewusstsein und Zugehörigkeitsgefühl zu stärken.

Mutter – Kind – Polaroid Fotoprojekt:
18. / 19. Februar 2016 und 25. / 26.  Februar 2016, jeweils 15:00 – 18:00
17. /18.  März 2016, 15:00 – 18:00
7. April 2016, Präsentation 17:00


Dieses Projekt richtet sich an eine wechselnde Gruppe von maximal zehn Kindern im Alter von etwa 5 bis 10 Jahren und deren Müttern. In den Räumen des Kunstvereins angeleitet von dem Künstler Dan Thy Nguyen wird in einer jeweils praktischen und theoretischen Einheit  künstlerische Praxis vermitteln und anwenden.

Ziel ist es eine Fotoreihe zu entwickeln in der sie ihre neue Stadt und ihre besonderen Erfahrungen mit dem Medium der Fotografie reflektieren.
Dabei ist interessant, wie die Perspektive von Frauen und Kindern, d.h. von verschiedenen Generationen, auf das Leben und die hiesige Realität sich artikuliert. Gemeinsam wird den Fragen nachgegangen, was diese Familien bewegt und wie ihre Sicht auf wichtige Themen, wie Zukunft, Hoffnung und Leben, ist.
Teilnehmer: ca. 10 Kinder im Alter von ca 5-10 Jahren und deren Mütter

Künstlerische Leitung: Dan Thy Nguyen
Begleitung: Daniel Wolff
Dolmetscherin. Maren Rössler
Veranstaltungsort: Kunstverein Hamburg und Stadt Hamburg

Mit freundlicher Unterstützung der Thomsen Kinderstiftung sowie der Hildegard und Horst Röder-Stiftung.



HFBK HAMBURG

Seminar Sommersemester 2016: 

Close Reading – POST-INTERNET (?) lesen

Anhand von Texten, Theorien und Künstlerpositionen zum derzeit heiß-diskutier- ten Begriff Post-Internet will das Seminar untersuchen, wie sich die Theoriebildung um diesen Begriff gestaltet und was eigentlich genau diskutiert wird. Dabei geht es zugleich um die Frage, welcher Begriff von Visualität, welche Vorgehenswei- sen und sprachlichen Strategien der Beschreibung dieses neuen Phänomens zugrunde liegen.

Im Mittelpunkt des Close Reading – Seminars steht die gemeinsame Lektüre und Diskussion einschlägiger und programmatischer Theorietexte aus dem Bereich der noch nicht klar definierten Post-Internet Bewegung. Es handelt sich um ein Lektüreseminar, in dem zentrale Grundlagentexte analytisch erschlossen werden. Neben den behandelten Themen wird dabei auch in die Methodik des präzisen und effizienten Lesens von Theorietexten eingeführt (»Close-Reading«).

Die Veranstaltung ist auch offen für Themen und Textvorschläge der Teilnehmen- den. Gelesen werden Texte von jungen Autoren und Künstlern.

Bitte um Anmeldung per E-Mail an steinbruegge@kunstverein.de

Termine: Sitzungen finden alle zwei Wochen Dienstags jeweils in einer Doppelstunde von 14-16 Uhr statt. Die erste Veranstaltung findet am 12 April statt.

Dozentin: Bettina Steinbrügge


Seminarplan:

12. 04. 2016
Michael Connor, Post-Internet: What it is and what it was, in: You are here – Art After the Internet, Cornerhouse 2014, S. 56ff.
Künstlerportrait: Jon Rafman

26. 04. 2016
Jennifer Chan, Notes on Post-Internet, in: You are here – Art After the Internet, Cornerhouse 2014, S. 106ff.
Post-Internet-Survival Guide, Katja Novitzkova
Künstlerportrait: Katja Novitzkova

10. 05. 2016
Karen Archey & Robin Packham, Art Post Internet, PDF zur Ausstellung ART Post Internet im Ullens Center for Contemporary Art, Beijing 2014
Künstlerportrait: Aleksandra Domanovic

31. 05. 2016
Lauren Cornell & Ryan Trecartin, Surround Audience, Ausstellungskatalog zur New Museum Triennial 2015
Künstlerportrait: DIS Magazine

07. 06. 2016
Brian Droitcour, Societies of Out of Control: ...., in: You are here – Art After the Internet, Cornerhouse 2014, S. 44ff.
Künstlerportrait: Ryan Trecartin

21. 06. 2016
Gary Zhexi Zhang, Post-Internet Art: You’ll Know It When You See It, in: Elephant Magazine
Künstlerportrait: Tyler Coburn

05. 07. 2016
Diverse kritische Texte und Reviews aus verschiedenen Magazinen, u.a. von Kolja Reichert, Inke Arns, etc.
Künstlerportrait: N.N.



Seminar Wintersemester 2015/16:

Die 1990er Jahre
Kunst in Zeiten des Übergangs


Wir sind am Ende vieler Erzählungen, ziemlich melancholischer Erzählungen der 80er Jahre: Vom Ende der Geschichte, von Aids, vom Niedergang des Kinos, der Ideologien - und gleichzeitig stehen wir am Beginn der Globalisierung, des Internetzeitalters, eines neuen Jahrtausends. In dieser kurzen Übergangsphase entsteht eine neue Art der Kunstproduktion. Die Schlagworte und Entwicklungslinien dieser Jahre stehen im Mittelpunkt dieses Seminars und sollen anhand gemeinsamer Lektüre von einschlägigen und programmatischen Texten eingeordnet und diskutiert werden. Die Seminarteilnehmer sind zudem aufgefordert, einzelne Künstlerpositionen in kurzen Vorträgen vorzustellen.

Anmeldung erforderlich.
Ort: Kunstverein in Hamburg, Klosterwall 23, 20095 Hamburg
Termine: Sitzungen finden alle zwei Wochen dienstags jeweils in einer Doppelstunde von 14-16 Uhr statt. Die erste Veranstaltung findet am 13. Oktober 2015 statt. Die detaillierte Lektüre- und Künstlerliste wird ab September hier publiziert.

Dozentin: Bettina Steinbrügge


Seminarplan:

13. Oktober, 14-16 Uhr
Re-Politisierung und Kontext Kunst
Lektüre: Peter Weibel, „Kontext Kunst“ (1993), Thomas Wulffen, „Betriebssystem Kunst“ (1994)

20. Oktober, 14-16 Uhr
Institutionelle Kritik
Lektüre: Andrea Fraser, “From the Critique of Institutions to an Institution of Critique” (2005)

3. November, 14-16 Uhr
Selbstorganisation

Lektüre: Rita Baukrowitz/Karin Günther, „Team Compendium“ (1996), Dany, Dörrie, Sefkow, „dagegen/dabei“ (1998)

17. November, 14-16 Uhr
Identitätsprobleme und -entwürfe

Lektüre: Holger Kube Ventura, „Politische Kunst Begriffe“ (2002)

1. Dezember, 14-16 Uhr
Postkoloniale Kritik

Lektüre: Peter Weibel/Slavoj Zizek, „Inklusion/Exklusion“ (1996)

15. Dezember, 14-16 Uhr
Ortsspezifizität
Lektüre: Miwon Kwon, „One Place After Another. Site-specific art and locational identity“ (2002)

12. Januar, 14-16 Uhr
Relationale Ästhetik
Lektüre: Claire Bishop, „Antagonism and Relational Aesthetics“ (2004), Nicolas Bourriaud, „Relational Aesthetics“ (2002)

26. Januar, 14-16 Uhr
Interventionen
Christian Höller, „Fortbestand durch Auflösung. Aussichten interventionistischer Kunst“ (1995)

23. Februar, 14-16 Uhr
Crossover
Lektüre: Ulrike Groos, Markus Müller, „Make it funky. Crossover zwischen Musik, Pop, Avantgarde und Kunst“ (1998)

http://hfbk-hamburg.de/



PROFIL KUNST

Kunstvermittlungsprojekt an und mit Schulen

In Hamburg gibt es ca. 65 Schulen, die in der Mittel- und Oberstufe den Unterrichtsschwerpunkt „Profil Kunst“ haben. Diese Schüler und Schülerinnen streben eventuell langfristig eine Ausbildung im kulturellen Bereich an und sind damit die neue Generation kulturell interessierter Menschen, die an den Kunstverein herangeführt werden sollen. Dies aber nicht zum Ziele der einseitigen Kunstvermittlung, sondern als Teilhabende und Partner in einem Prozess. Verstehen wir Kunstinstitutionen als öffentliche Räume, die nicht bloß für alle offen, sondern Orte von allen für alle sein wollen, dann geht es um die Frage nach der Möglichkeit einer Veränderung.
Dafür soll eine Dekonstruktion der Vorstellung des Dreiecks Objekt-VermittlerIn- BesucherIn stattfinden und versucht werden, einige Selbstverständnisse im Kunst- und Ausstellungsfeld zu verlernen: Was wäre, wenn VermittlerInnen nicht länger diejenigen wären, die Wissen haben und BesucherInnen jene, die Wissen brauchen? Was wäre, wenn Vermittlungsprozesse als Räume kollektiven Handelns als Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Wissensformen konzipiert werden würden? Diese Perspektivierung auf Handlungsmacht öffnet den Blick für ein Veränderungspotential, das über die bloße Einladung zum Mitmachen hinausgeht, indem es die Definitionsmachtverhältnisse über das, was die Institution ist, selbst adressiert.


Ziele:

-    Integration und Brückenbau zwischen den verschiedenen
sozialen Schichten und Gesellschaftsgruppen.
-    Transformative Kunstvermittlung: das Ziel, die Institutionen
nicht nur zu analysieren, sondern sie auch zu verändern /
Möglichkeiten des Handelns im sozialen Raum aufzeigen.
-    Austritt aus den klassischen Vermittlungsstrukturen.
-    Kunstvermittlung an dem Ort, an dem Kunst passiert.
-    Kunstvermittlung wird zu einem Zusammenhang der
Auseinandersetzung mit Gesellschaft, mit Institutionen und
mit sich selbst.
-    Autoritätszugewinn - Den Schülern die Möglichkeit geben, die
bestehende Hierarchie & Wissensordnung grundlegend zu
befragen, anzugreifen und verändern zu können.
-    Wir lernen etwas um es an andere Menschen weiterzugeben /
Spaß an der Vermittlung.
-    Aufbau von Selbstbewusstsein und Autorität. / Übung in der
Freien Rede.


DOWNLOADS:
Mitgliedschaft im Young at Art Club