Central Services (Princess Utopia), 2009
Tjorg Douglas Beer
Bemalte, collagierte Farbfotokopie, Öl- und Acrylfarbe, Marker, Klebeband, Aluminiumfolie, 50 x 40 x 5 cm
10 Unikate gerahmt, signiert, datiert
1.350 Euro
Trotz der eigenwilligen
Verweigerung jeglicher konzeptueller Selbstbehauptung und formaler Stringenz in
den künstlerischen Mitteln von Tjorg Douglas Beer (*1973, lebt in Berlin),
lassen sich doch bestimmte Themen immer wieder finden. So untersucht er globale
Problematiken wie Krieg, Politik und soziale Strukturen in seinen Bildwelten. Er generiert unterschiedliche Szenarien
aus Elementen, die der alltäglichen Absurdität wie unserer medialen Welt
entstammen, und nähert sich diesen Themen an, ohne sie zu moralisieren. Als Vorlage für die Jahresgaben des Kunstvereins dienten ihm
Farbfotokopien von Radierungen und Heliogravuren. Sie zeigen Gesichter von
Figuren aus der Installation "Central
Services", die Beer 2009 für den Kunstpreis der Böttcherstrasse im Weserburg
Museum für Moderne Kunst in Bremen entwickelte. Es handelt sich um
kränklich-blasse Antlitze von fast erwachsen aussehenden
Kinder-Schaufensterpuppen die er überklebt und bemalt hat, so dass sie
eigentlich nur noch im Hintergrund zu erkennen sind. Die Applikationen aus geschnittenem Karton
lassen dazu fragmentarisch Headlines oder Parolen erkennen.
Tjorg Douglas Beer hat an der Hochschule für Bildende Künste
in Hamburg studiert. Von 1999 bis 2004 betrieb er zusammen mit Tatjana Sarah Greiner und Sebastian
Zarius den Ausstellungsraum „Taubenstraße 13“ auf St. Pauli. Aktuell ist er
Mitorganisator des „Forgotten Bar Project“ in Berlin.