Jahresgaben

Beate Gütschow

Schuldige Landschaft, 2017 / SL#2, SL#7

Injekt Print, je 65 x 50 cm, gerahmt

Serie von 8 Fotografien (2 exklusiv für den Kunstverein in Hamburg auf einer Auflage von 5 + 2 AP), nummeriert, datiert, signiert


2800 Euro

Beate Gütschow, Schuldige Landschaft, 2017
Beate Gütschow, Schuldige Landschaft, 2017

Beate Gütschow (*1970 in Mainz, lebt und arbeitet in Berlin) fotografiert mit einer analogen Mittelformatkamera Landschaften. Sie digitalisiert die Fotos und konstruiert in Photoshop aus diesem Material neue Landschaften, deren Raumkonstruktion und Kompositionsgefüge die Künstlerin aus der Landschaftsmalerei übernommen hat.

Gütschows Arbeit Schuldige Landschaft, die anlässlich von The History Show entstanden ist, bezieht sich auf den niederländischen Maler Armando, der 1989 an der Ausstellung Landschaftsbilder des Kunstvereins teilnahm: „Schuldige Landschaft nannte er eine Landschaft, die Geschehen sah, denn in Landschaften, in der herrlichen Natur, finden oft die grausigsten Aufführungen statt.“ (Armando) In seinen Arbeiten übersetzt Armando Landschaften in abstrakte Zeichnungen und ungegenständliche Malerei, was er im Rekurs auf die als „entartet“ verfemten Avantgarden des beginnenden 20. Jahrhunderts als politisches Statement verstand. Gütschow ihrerseits nutzt die Landschaft, wie sie vor ihre Kamera tritt: Acht Fotografien zeigen jeweils einen Baum, der zum Vermittler von Historie wird. Die Landschaft wird in der Fotografie durch Lichtsetzung abstrahiert, die Baumstämme heben sich schemenhaft von einem undurchdringlichen Hintergrund ab. Während so der Informationsgehalt schwindet, bieten die nächtliche Szenerie und der schwarze Fond dem Betrachter erste visuelle Anhaltspunkte und der Titel verweist auf eine undefinierte Schuld. Die Bäume bilden eine Allee entlang des Weges zu Gütschows Berliner Atelier, das hinter dem Geschichtspark Ehemaliges Zellengefängnis Moabit in einem früheren Wärterhaus liegt. Traurige Prominenz erlangte der Bau, als er ab 1940 als Wehrmachtsuntersuchungs- und Polizeigefängnis diente und schließlich von der Gestapo genutzt wurde, um die männlichen Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944 zu inhaftieren. Die von Gütschow gezeigten Bäume sind Bestandteil der Gefängnisanlage; sie gestalten nicht bloß eine Landschaft, sondern sind zugleich Zeugen dessen, was um sie herum geschah.


Ausstellungen:
2017 The History Show, Kunstverein in Hamburg (G)

Prix Pictet Space, Victoria and Albert Museum, London (G)
2016 The future will never arrive, Hessel Museum of Art, Bard College Annandale-on-Hudson, New York (G)

MoCP at 40, Museum for Contemporary Photography, Chicago (G)

Architektur im Bild, Kunsthaus Zürich (G)
2015 Radikal Modern, Berlinische Galerie, Berlin (G)
2014 Die Zukunft fotografieren, Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg (G)
2012 Seduced by Art: Photography Past & Present, The National Gallery, London (G)

After Photoshop – Manipulated Photography in the Digital Age, The Metropolitan Museum of Art, New York (G)

Malerei in Fotografie. Strategien der Aneignung, Städel Museum, Frankfurt (G)

Lost Places: Orte der Photographie, Kunsthalle Hamburg (G)

An Orchestrated Vision: The Theater of Contemporary Photography, Saint Louis Art Museum, St. Louis (G)


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