02.02.2010, 19 Uhr
Vom Comic zum Film
Filmreihe im Metropolis Kino
Der Kunstverein präsentiert gemeinsam mit dem Metropolis Kino ausgewählte Comic-Filme:
„Waltz with Bashir“ (2008) ist
ein „Dokumentarfilm im Zeichentrickgewand“. Der Film basiert auf den
semi-autobiografischen Erlebnissen des israelischen Filmemachers Ari
Folman, der als Soldat im ersten Libanonkrieg teilnahm.
Folman begibt sich mit diesem Film auf die Suche nach den Bildern,
die ihn in seinen Träumen verfolgen. Zentraler Bestandteil ist die
Frage: Wo war ich bei den Massakern von Sabra und Schatila? 1982
verübten libanesische Falangisten aus Rache für ein – vermutlich vom
syrischen Geheimdienst, nicht von Palästinensern verübtes – Attentat,
bei dem auch ihr Anführer, Präsident Bashir Gemayel ums Leben kam, ein
Massaker in zwei palästinensischen Flüchtlingslagern bei Beirut.
Zwischen 1000 und 3000 Menschen, meist unbewaffnete Zivilisten, wurden
ermordet. Israelische Streitkräfte haben dies geduldet. Ari Folman war
einer von ihnen. Durch die zahlreichen Gespräche mit Weggefährten und
Freunden kehren seine eigenen Erinnerungen langsam zurück und
konfrontieren ihn mit der Wahrheit. Am Ende verlässt der Film die
Animationsebene und zeigt reale Fernsehbilder, die ein israelischer
Journalist in Sabra und Shatila aufgenommen hat.
Vorab der Trailer zum Film
Vorfilm: „Der Fuehrer’s Face“
(1943) von Walt Disney wurde als bester Kurzfilm mit einem Oscar
prämiert. Der 8-minütige Propagandafilm gegen das Dritte Reich zeigt
Donald Duck in der Hauptrolle, im Zentrum der deutschen
Rüstungsmaschinerie. Mit überzogenen Gesten ahmt er auf ironische Weise
die "typisch" deutschen Eigenschaften und Verhaltensweisen nach. Immer
hart an der Grenze des Komischen. Der Film wollte den Alltag der
deutschen Bevölkerung so negativ wie möglich darstellen, um so die
Überlegenheit der USA zu demonstrieren. Weil Donald Duck im Film
zeitweise als Nationalsozialist porträtiert wird, wurde der Film von
Disney lange unter Verschluss gehalten.