8.11.
–19.1.
2019

Sarah Abu Abdallah

In Kooperation mit Art Jameel, Dubai

Sarah Abu Abdallah arbeitet in den Medien Video, Installation, Poesie und Skulptur. Sie studierte Kunst in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabiens liberaleren Nachbarn, was es ihr schwer machte, zu den strikten Leben in Saudi-Arabien zurückzukehren. Saudi Automobil (2012) zeigt Sarah Abu Abdallah, wie sie die äußere Hülle eines Autowracks mit hellrosa Farbe bemalt, eine Geste des Trotzes gegen das Verbot weiblicher Fahrerinnen in Saudi-Arabien, das Mobilität zum ausschließlichen Privileg der Männer macht. Nachdem Abdallah in ihrer Abaya unter der heißen Sonne geschwitzt hat, zieht sie sich schließlich auf den Beifahrersitz zurück und spiegelt ihren Platz in der saudischen Gesellschaft wider. Für die Ausstellung “Soft Power” installierte Abu Abdallah das bemalte Auto im Galerieraum und unterstrich damit die Grenzen ihrer Rechte am Fahrzeugbesitz. “Diese Wunschgeste war die einzige Möglichkeit, ein Auto zu bekommen”, sagt sie. “Ein Autowrack zu lackieren, wie einen Kuchen zu verglasen, als würde man das Äußere verschönern, würde helfen, den Mangel an Funktionalität im Auto zu beheben. Diese Wunschgeste war ein kalter Trost für die momentane Unmöglichkeit meines Traums, dass ich mich als selbständiger Mensch eines Tages zur Arbeit fahren kann. ” “Ich fordere nicht extreme Freiheit”, sagt sie. “Aber wir wachsen hier in einem sehr jungen Alter auf und je mehr du aufwächst, desto mehr erkennst du, dass du niemals die volle Bestimmung über dein Leben haben wirst. ” Sie interessiert sich insbesondere den abstrakten Expressionismus und die Performancekunst. „Eine Frau in Saudi-Arabien zu sein, kann sehr einschränkend sein“, sagt  sie, „aber ein weiblicher saudischer Künstler zu sein, ist im Moment sehr gut. Ich möchte mich dieser Welle anschließen.“

Sarah Abu Abdallah hat einen Master in Digital + Medien von der Rhode Island School of Design. In ihrer multidisziplinären Praxis versucht sie Assoziationen des Poetischen und Absurden zu erzeugen und die Gespräche, die sie durch die Zusammenarbeit mit Künstlerfreunden führt, zu integrieren. Sie hat ausgestellt in u.a. 11. Sharjah Biennale, Serpentine Gallery, Kunstverein in Hamburg, Musée d’Art Moderne de la Ville de Paris, der Luma Foundation, Arles, dem Warschauer Museum für Moderne Kunst, dem Louisiana Museum für Moderne Kunst, und der 55. Biennale von Venedig. Sie ist Preisträgerin des Preises der Sharjah Art Foundation (2016) und war 2017 für den Abraaj Group Art Prize nominiert.