27.6.
–11.10.
2020

RÜCKBLICK

Backstage

Topologie zeitgenössischer Kunst

Beteiligte Künstler*innen: Matthew Antezzo, Glen Baxter, Andrea Clavadetscher & Eric Schumacher, Clegg & Guttmann, Maria Eichhorn, Liam Gillick, Dominique Gonzalez-Foerster, Martin Hodel, Hans Küng, Sean Landers, Marko Lehanka, Dorit Margreiter, Jorge Pardo, Philippe Parreno, Andreas Pawlik, Hirsch Perlman, Dan Peterman, Nana Petzet, Mathias Poledna, Florian Pumhösl, readymades belong to everyone, Tobias Rehberger, Gerwald Rockenschaub, Julia Scher, Guido Scherl, Andreas Slominski, Rirkrit Tiravanija, Luc Tuymans, Peter Werba und Heimo Zobernig

 

Mit der Gruppenausstellung Backstage - Topologie zeitgenössischer Kunst eröffnete der damalige Direktor des Kunstverein in Hamburg, Stephan Schmidt-Wulffen in Zusammenarbeit mit der Kuratorin Barbara Steiner, die erste Ausstellung in den neuen umgebauten Markthallen am Klosterwall.

Die Ausstellung war eine Initialzündung für die zukünftige Arbeit, die sich auf den Dialog zwischen Kunst und Betrachtung ausrichten sollte und darauf, was ein Kunstverein leisten kann und soll. Backstage warf einen Blick hinter die Kulissen der Institution und hinter die künstlerische Produktion und nahm den Wandel der Ziele, der Rollen sowie der herrschenden Selbstverständlichkeiten, der damaligen Ausstellungspraxis in den Fokus. Die Ausstellung wurde in allen Räumen des neuen Kunstvereins inszeniert, welcher zu diesem Zeitpunkt noch an einigen Stellen eine Baustelle war. Daraus ergaben sich einerseits eine Befragung der örtlichen Architektur sowie anderseits eine Befragung des zeitgenössischen Kunstbetriebes im Allgemeinen.

Die ersten Gespräche mit den Künstler*innen stellten klar, dass es für Backstage kein festgeschriebenes Konzept geben konnte, da die Ausstellung keines Falls als bloße Illustration der damaligen Fragestellungen zur künstlerischen Produktion und Institution wahrgenommen werden sollte. Die permanente Einbeziehung von sich stetig weiterentwickelnden Beiträgen der Künstler*innen sowie die inhaltliche, dialogische Zusammenarbeit von Künstler*innen und Kurator*innen in einem bis zur Eröffnung anhaltenden gemeinsamen Prozess, ließ eine Ausstellung entstehen, die die Debatte zur Institutionskritik in ihrer Zeit im deutschsprachigen Raum maßgeblich beeinflusste.

Diese Selbstbefragung von Kunst, Künstler*innen und Institution, entwickelte sich zu einer Methode, welche die Arbeit an einer Ausstellung als Medium nutzte, um existierende Formen zu verändern und zur Debatte zu stellen. Gerade die Gespräche im Kontext von Konfrontation und der Widerlegung tradierter Formen von Ausstellungspraktiken waren ein wesentlicher Motor für die Entwicklung dieses Konzepts. Dies war nur möglich, weil jeder der Künstler*innen zu diesem manchmal sehr aufreibenden Dialog bereit war. In vielen dieser Dialoge verhandelte man Ideen, um künstlerische Strategien als Instrument zur Beeinflussung und Veränderung der Gesellschaft einzusetzen und begrifflich neu zu bestimmen.

Backstage war nach der Ausstellung Gegendarstellung, Ethik und Ästhetik, eine weitere Kooperation mit Martin Schwander, dem damaligen Direktor des Kunstmuseum Luzern. 1994 wurde dort der zweite Teil der Ausstellung inszeniert.

 

Im Rahmen unserer Serie RÜCKBLICK präsentieren wir zahlreiche Archivalien der damaligen Ausstellung, die Sie auch zu einem späteren Zeitpunkt in unserem Digitalen Archiv einsehen können.

Reihe

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