18.5.
–21.7.
2019
Cana Bilir-Meier

Cana Bilir-Meier, Ses Alma Rehberi, 2016

Cana Bilir-Meier

Die Ausstellung in Hamburg wie auch ihr bisheriges künstlerischen Schaffen beschäftigt sich mit Migration und nimmt dabei eine dezidiert migrantische Perspektive ein. Die Werkserie zur Schriftstellerin und Dichterin Semra Ertan, Bilir-Meiers Tante, setzt sich mit dem Leben und Tod Ertans auseinander. 1956 in der Türkei geboren, zog Ertan 1972 zu ihren Eltern in die Bundesrepublik Deutschland. 1982 verbrannte sich Semra Ertan in Hamburg als Zeichen gegen den Rassismus in Deutschland selbst. Bilir-Meier hat diese persönliche Familiengeschichte behutsam aufgegriffen und aufgearbeitet, um Ertans Erfahrungen als Teil einer kollektiven Erinnerung und Geschichte zu verorten. Darauf aufbauend findet sich in Bilir-Meiers künstlerischem Werk die Auseinandersetzung mit institutionellem und alltäglichem Rassismus in den deutschen Medien und der Frage, wie diesem Rassismus andere subversive Bilder und Narrative entgegengesetzt werden können. Eine weiteres Werk beschäftigt sich mit Transformation von Wissen und Erfahrungen in öffentlichen und privaten Räumen welche die Künstlerin in einer fotografischen Stadtrecherche in Istanbul entwickelt hat und nun erstmals vollständig zeigen wird. Die Ausstellung wird von einem umfassenden Rahmenprogramm begleitet, das die verschiedenen anti-rassistischen Initiativen und Institutionen der Stadt Hamburg einbindet und sich mit der Gesellschaft der Vielen auseinandersetzt. Zur Ausstellung erscheint die erste Monografie der Künstlerin.

Cana Bilir-Meier studierte an der Akademie der bildenden Künste und der Schule Friedl Kubelka in Wien sowie an der Sabancı-Universität in Istanbul. Ihre Arbeiten wurden national und international ausgestellt; u.a. in der Tensta Konsthall in Stockholm, in der Kunsthalle Wien, beim Public Art Munich Festival in München, im Public Program der documeta 14 in Kassel, auf dem Ankara International Film und an vielen weiteren Orten. 2018 war sie Preisträgerin des ars viva Preises vom Kulturkreis der deutschen Wirtschaft und 2016 gewann Bilir-Meier den Birgit-Jürgenssen-Preis neben weiteren Auszeichnungen und Stipendien.

Förderung
Schließen