16.2.
–28.4.
2019
Marguerite Humeau

Marguerite Humeau, ECSTASIES, Installationsansicht, Kunstverein in Hamburg, 2019, Foto: Julia Andreone

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Marguerite Humeau

Ecstasies

Mit ECSTASIES, einer eindrücklichen Installation aus Skulptur, Sound und Zeichnung zeigt der Kunstverein in Hamburg die bisher größte institutionelle Einzelausstellung der Bildhauerin und Installationskünstlerin Marguerite Humeau in Deutschland. Humeaus Werk hat die Ursprünge der Menschheit und die Kommunikation zwischen unterschiedlichen Welten zum Gegenstand, die sie sich in intensiver Recherche und in Zusammenarbeit mit Historikern, Anthropologen, Paläontologen, Zoologen, Linguisten und Ingenieuren erschließt. Durch ihre interdisziplinäre wie auch spekulative Forschung erweitert sie ihr eigenes künstlerisches Denken und entwickelt eine neue Form der historischen Recherche, die unser technologisches Zeitalter widerzuspiegeln vermag.

Marguerite Humeau entwirft mit ihrer Installation eine spekulative Szene aus einer Zeit von vor 150.000 Jahren, in der eine Gruppe Frauen erstmals auf psychoaktive Substanzen trifft. Zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit verlässt das Gehirn durch die Einnahme psychoaktiver Tierhirnteile seine normale Konfiguration und dringt ins Unbekannte vor. Die spektakulären Folgen dieses Ereignisses könnten zu einer neuronalen Umgestaltung geführt haben. In ihren Recherchen fand Marguerite Humeau einen Aufsatz der Archäologin Bette Hagens, der ihr half, die Ursprungshypothese zu untermauern und weiterzuentwickeln. Hagens vergleicht in dem Text die vorzeitlichen Venusfigurinen mit tierischen Gehirnen und verweist dabei auf deren auffälligen äußerlichen Gemeinsamkeiten. Sie vermutet, dass prähistorische Schamanen die psychoaktiven Bestandteile von Tiergehirnen aßen, um durch die Bewusstseinsveränderung zur spirituellen Ekstase zu gelangen. Die Venusfigurinen könnten somit als das Symbol der neuronalen Umgestaltung verstanden werden, die durch die Entdeckung von psychoaktiven Substanzen seitens der Frühmenschen vor mehr als 150.000 Jahren eingeleitet wurde.

Die Ausstellung im Kunstverein in Hamburg zeigt eine neue Werkserie, für die Humeau aus digitalen 3D-Modellen Bronzeabgüsse und Steinskulpturen realisiert hat. Diese Skulpturen werden durch eine große Serie von Zeichnungen ergänzt. Die Gesamtinstallation verbindet die prähistorische Vergangenheit mit der fernen Zukunft und spekuliert über mögliche Weiterentwicklungsszenarien des menschlichen Bewusstseins.

Förderung

Die Ausstellung ist eine Kooperation mit dem New Museum, New York, und dem Museion, Bozen, wo sie im Oktober 2019 zu sehen sein wird. Die Ausstellung entsteht mit der freundlichen Unterstützung des Bureau des arts plastiques des Institut français, des französischen Ministeriums für Kultur und der Rudolf Augstein Stiftung.

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