15.2.
–17.5.
2020
Matheus Rocha Pitta

Matheus Rocha Pitta, The Curfew Sirens, Foto: Eric Tschernow

Matheus Rocha Pitta

The Curfew Sirens

Der Kunstverein in Hamburg präsentiert die erste deutsche Einzelausstellung des brasilianischen Künstlers Matheus Rocha Pitta (*1980 in Tiradentes, lebt und arbeitet in Berlin und Rio de Janeiro). In seinen Skulpturen verwendet er häufig Zeitungsausschnitte aus seinem Archiv, die unterschiedliche alltägliche Gesten zeigen. Er verwendet sie in gegossenen Betonplatten verschiedener Größen und Formen, auf denen er das Material zu mehrschichtigen Kompositionen anordnet. Als Artikulationen von Körper und Sprache haben diese Gesten weitreichende ethische und politische Implikationen. Mit seinen  versteinerten Collagen konstruiert Rocha Pitta Geschichten, Erinnerungen und Szenarien, die verschiedene Formen von Autoritarismus, Fehlinformation, Ausbeutung und Ungerechtigkeit reflektieren und sich ihnen widersetzen. Für seine Ausstellung in Hamburg hat Rocha Pitta ein Ensemble von 8 neuen Skulpturen namens Sirenen entwickelt, die auf Gesten von verschlossenen Mündern, Ohren und Augen basieren. Die ausgewählten Bilder eröffnen eine Vielzahl von Bezugspunkten: von Odysseus‘ Begegnung mit den gleichnamigen Fabelwesen über die drei weisen Affen aus einem japanischen Sprichwort bis hin zu einer zunehmenden Überwachungsmentalität in vielen Gesellschaften und dem durch soziale Medien und das Internet befeuerten Drang zur ständigen Meinungsäußerung. Rocha Pitta verfolgt mit seinen Arbeiten die Frage nach einem möglichen Kurzschluss der vielschichtigen Verkettung von Macht und Sprache, dem Recht auf freie Rede, Hasskommentaren sowie autoritären Kontrolle.

Förderung

Mit freundlicher Unterstützung des Berit und Rainer Baumgarten Stiftungsfonds unter dem Dach der Hamburgischen Kulturstiftung.

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