200 Jahre werden digital

Das digitale Archiv des Kunstverein in Hamburg

Seit 1817 ist der Kunstverein in Hamburg Ort zeitgenössischer Kunst, ihrer Produktion und Vermittlung. Damit ist er nicht nur die älteste Kunstinstitution der Stadt, sondern auch einer der ältesten Kunstvereine des gesamten Landes. Anlässlich des 200-jährigen Jubiläums hat das Team des Kunstvereins begonnen die bewegte Geschichte, die nicht nur von der Kunst, sondern auch vom kulturellen Werdegang der Stadt Hamburg erzählt, aufzuarbeiten und nutzbar zu machen. Die Geschichte des Kunstvereins lässt sich in folgende Komplexe gliedern:

1. Die Gründungszeit bis zur Eröffnung der Städtischen Galerie des Kunstvereins (1817–1850)

2. Die Konsolidierungsphase, der Übergang der Sammlung von Kunstverein zu Kunsthalle, Bedeutung des Kunstvereins in diesem Prozess.  (1850–1919)

3. Die Zeit der Hamburger Sezession und Avantgarde (1919–1933)

4. Die Zeit des »Dritten Reiches« (1933–1945)

5. Die Rehabilitierung der Moderne (1945–1969)

6. Die Politisierung des Kunstvereins (1969–1985)

7. Die autoreflexive Gegenwart (1985–2018)

Unter den deutschen Kunstvereinen spielt der Kunstverein in Hamburg seit dem 19. Jahrhundert eine bedeutende Rolle, da seine Organisationsform und die Zielrichtung seiner Tätigkeiten, wie z.B. die Gründung einer Kunsthalle, ein Vorbild für die Gründung der meisten deutschen Kunstvereine abgegeben hat. Der Kunstverein in Hamburg steht für die Geschichte der Künste in Hamburg, hatte er doch die erste öffentliche Sammlung, die um 1900 an die Hamburgische Kunsthalle übergeben wurde, war Hildebrand Gurlitt einer seiner Direktoren, wurde der Kunstverein 1936 enteignet, um sich nach 1945 zu einem international agierenden Ausstellungshaus zu entwickeln. Es gibt in Deutschland nur wenige Orte zeitgenössischer Kunst und Kultur, bei denen die Teilhabe an künstlerischer Produktion und Innovation so selbstverständlich und umfassend ist wie in den Kunstvereinen.

Es wurde bereits ein umfangreicher Teil des Materials zur Historie des Kunstvereins aus den Archiven der Stadt, dem Kupferstichkabinett der Hamburger Kunsthalle sowie dem hausinternen Archiv des Kunstvereins zusammengetragen, der immer noch wächst. Darunter befinden sich unter anderem die gesammelten Protokollbücher von der Gründung des Kunstvereins bis heute, eine Vielzahl an historischen Ausstellungskatalogen und Künstlerkorrespondenzen, Plakate sowie Negative, Dias und Abzüge mit Ausstellungsansichten der Vergangenheit.

Unser Ziel ist, bis zum Ende 2022 ein öffentlich zugängliches Online-Archiv zu schaffen, das durch einfache Bedienbarkeit nicht nur für die professionelle Forschung, sondern auch für die interessierten Laien nutzbar ist. Die meisten Dokumente liegen derzeit als PDF vor und können heruntergeladen werden.

Wir freuen uns auch über zusätzliche Archivalien, von denen wir derzeit noch nichts wissen. Für Fragen, Kommentare und Wünsche stehen wir Ihnen jederzeit zur Verfügung.

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