Kathrin Sonntag

Auf nüchternen Morgen, Schriftlose Kündigung, Wer zuletzt lacht, lacht zuletzt, 2011

2000* Euro

Jeder kennt sie, die kleinen Stolperfallen im Leben. Seien es Dinge, die man sieht, auf einmal aber nicht mehr erkennt, oder seien es Worte und Sätze, die man falsch schreibt oder ausspricht, aber gar nicht merkt, dass man einen Fehler begangen hat. Diese natürlichen Verschiebungen von Perspektiven thematisiert Kathrin Sonntag (*1981, lebt in Berlin) in ihren Arbeiten, treibt sie voran und lässt aus ihnen eine eigene Welt entstehen, in der die Dinge einfach anders liegen könnten. So auch in ihrer Dia-Installation "Mühsam ernährt sich das Einhorn", die aktuell im Kunstverein zu sehen ist. Hierfür hat sie Versprecher gesammelt, auf Post-Its und Zettel geschrieben und gemeinsam mit Gegenständen oder Bildern arrangiert, die den Un-Sinn des Versprechers vorantreiben oder ihm Gegensätzliches zuordnen und so zu Irritationen führen. Unserem genormten und konventionellen Sprechen stellt sie so ein Konzept zur Seite, das die metaphorische und poetische Kraft der Sprache herauskehrt. Liest man die Titel der drei C-Prints, aus denen ihre Jahresgabe besteht, zusammen, erteilt Sonntag "Auf nüchternen Morgen" eine "schriftlose Kündigung", die sich zusammenfassen lässt, weiter "Wer zuletzt lacht, lacht zuletzt". So ist die Serie keine zufällige Zusammenstellung, sondern erzählt mittels der Fehlleistungen kleine Geschichten. 

Kathrin Sonntag hat in diesem Jahr ein DAAD-Stipendium erhalten, 2009 den Swiss Art Award und den Preis der Dr. Georg und Josi Guggenheim Stiftung. Ihre Arbeiten waren zuletzt in Einzelausstellungen in der Galerie Kamm in Berlin (2011), im Kunstraum Walcheturm, Zürich (2010) und im Swiss Institute in New York (2009) sowie in Gruppenausstellungen in der stadtgalerie schwaz (2011), im Sculpture Center, New York (2010) und im Museum Abteiberg in Mönchengladbach (2009) zu sehen.

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