Roman Schramm

Easytone (a-p), 2011

800* Euro

Objekte, Wünsche und Inszenierungen sind eng miteinander verbunden und ständige Begleiter in jedermanns täglichen Leben. Dabei stehen sie nicht nur für sich, sondern stellen zugleich Porträts oder Charakterisierungen dar, da sie entsprechend eng mit Persönlichkeiten sowie Rollenmustern verbunden sind, die ihrerseits nicht zuletzt durch Werbung und mediale Repräsentation geprägt sind. Mit diesen Aspekten setzt sich Roman Schramm (*1979, lebt in Berlin) in seinen Fotografien und Videos auseinander. Seine Fotoserie "Living as an Art" geht z.B. von dem ersten amerikanischen Lifestyle Magazin für Männer, dem Esquire, aus und befragt das Bild des Mannes in Relation zu seinen "Accessoires". Schramms durchkomponierte Bilder haben oftmals eine befremdlich-humorvolle Seite, wenn er für den Kunstverein Hamburg einen Easytone-Schuh von Reebok fotografiert und je unterschiedlich farblich in Szene setzt. Dies ist eine Strategie, die auch das Marketing nutzt ("design your own shoe"), um größtmögliche Individualität zu suggerieren. In seiner Aneignung dekonstruiert Schramm die Bedürfnismaschinerie. Bemerkenswert aber ist die Beziehung zwischen dem Schuh und einer idealen Frauensilhouette – denn der Easytone soll es ermöglichen ganz nebenbei im Gehen top in Form zu kommen. Aufgrund eines Gerichtsurteils allerdings musste Reebok seine Werbeversprechen zurückziehen. 

Zu Roman Schramms letzten Einzelausstellungen zählen Komplex / Studio, Berlin (2011), frontroom, Contemporary Art Museum St. Louis (2010 zusammen mit Haris Epaminonda) sowie WCW Galerie, Hamburg und Galerie Croy Nielsen, Berlin (beide 2009). 2010 initiierte er "SKULPI", eine jährliche Ausgabe zum Thema Skulptur und zu Fragen der Übersetzung von Skulptur in andere Medien, dessen erste Ausgabe er im Kunstverein Hamburg präsentierte. 2004 initiierte er den Hamburger Ausstellungsraum "Die Blaue Kugel".

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