Jeanne Faust

Krüge, 2007

450* Euro

Zentraler Bezugspunkt der Film- und Fotoarbeiten von Jeanne Faust ist das kulturelle Bildgedächtnis des Betrachters. Sie zeigen häufig flüchtige Momente des Übergangs und des Belanglosen: meistens handelt es sich um Reinszenierungen von Situationen, die die Künstlerin beobachtet hat. So entstehen Bilder zwischen Realität und Fiktion, Authentizität und Künstlichkeit. 
Ihre Jahresgabe repräsentiert einen neueren Typus von Arbeiten. Als Vorlage dienen hier Elemente des alltäglichen Lebens wie ein mit Weinblättern verzierter Krug. Neben dessen Abbildung ist die durch Schnitte in schwarzes Papier abstrahierte Umrissform desselben zu sehen. Die Positivform und die Negativform spiegeln einander. Angeregt wurde diese Arbeit durch die Aussage eines russischen Kunstsammlers, der behauptete: "Was ich haben will, das kauf ich." Entsprechend der Ambivalenz dieses Satzes, der einerseits künstlerische Wertschätzung behauptet, dessen obsessives Bedürfnis andererseits abstößt, können die beiden Formen als Spiegel dieser Doppeldeutigkeit gelesen werden. Jeanne Faust eignet sich den Krug zwar ebenfalls an. Jedoch so, dass sie dessen genaue Funktionszuweisung über das feine Muster mit Weinblättern im Bild seines unstimmigen Schattens zurücknimmt und relativiert.

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