Rirkrit Tiravanija

Ohne Titel (freiheit kann man nicht simulieren), 2003–2013

1500* Euro

Rirkrit Tiravanija (*1961, lebt in Berlin und New York) hat in den 1990er Jahren eine Ästhetik geprägt, bei der Handlung und Gebrauch im Zentrum der Kunstrezeption stehen. Er bekochte AusstellungsbesucherInnen, baute sein Apartment originalgetreu in einer Kunstinstitution nach und stellte es 24 Stunden der Öffentlichkeit zur Verfügung oder er initiierte ein Open Air Kino auf einer Straßenkreuzung mitten in der Stadt. Seine Motivation, Kunst und Leben zu verknüpfen, indem die BetrachterInnen zu Beteiligten des Geschehens werden, macht ihn zu einem legitimen Nachfolger der Fluxusbewegung der 1950er und 1960er Jahre. Als solcher integriert er immer wieder auch soziale und politische Aspekte in seine Arbeiten, so auch in der aktuellen Jahresgabe für den Kunstverein Hamburg. 

Sie geht auf eine digitale Fotomontage aus dem Jahr 2003 zurück, für die er ein Bild aus dem Internet nutzte. Damals wurde die Veröffentlichung aus urheberrechtlichen Gründen untersagt. Zehn Jahre später nun erinnert Tiravanija an diesen Vorfall, indem er fast die gesamte Bildfläche von Mitarbeiterinnen des Kunstvereins mit weißer Lasurfarbe "vertuschen" lässt. Übrig bleibt nur das Schild mit dem Schriftzug "Freiheit kann man nicht simulieren", das er einst in das gefundene Bildmotiv montiert hatte. Die weiße Fläche verdeckt etwas, bietet aber gleichzeitig Gelegenheit, die Leerstelle mit eigenen Bildern aufzufüllen.

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