1000* Euro

Manuel Graf

Espresso Set, 2012

Parallel zu seinen medialen Arbeiten und Videoinstallationen beschäftigt sich der in Düsseldorf lebende Künstler Manuel Graf (*1978) seit längerer Zeit mit dem Thema des Kunsthandwerks. Dabei orientiert er sich auch an dem Buch "Handwerk" von Richard Sennett, der damit weniger eine technische Praxis, als vielmehr eine bestimmte Geisteshaltung verbindet und davon ausgeht, dass die Tätigkeit der Hände, die Arbeit des Kopfes beeinflusst. Grafs Keramiken sind deshalb nicht nur als Ausdruck seines handwerklichen Könnens zu verstehen, sondern eben auch Illustrationen für einen breit geführten theoretischen Diskurs. Für die Arbeit Neolithic Memory Stick, die er im Rahmen seiner Ausstellung 2012 im Kunstverein präsentierte, hat er z.B. historische Keramiken nachgeformt und sie teils Jahrtausende überspringen lassen, indem er sie mit Boulevardnachrichten beschrieben hat („The Blackberry is more of a work phone, and the iPhone is a pleasure...“): Die Delfter Tulpenvase, neolithische Amlash-Figur und ihre immateriellen Pendants bewegen sich außerhalb der Linearität in einer Zeit als Territorium.

Für den Kunstverein Hamburg hat Manuel Graf drei Espresso-Sets aus jeweils drei Tassen und Untertassen entworfen, bei denen er sich von einem gefundenen Postkartenmotiv aus den 1970er oder 1980er Jahren hat inspirieren lassen. Die als Erdbeeren geformten Tassen oder mit dekorativen Zitronen versehenen Gefäße erscheinen auf der Karte allerdings nur als unwichtiges und sehr ungewöhnliches Detail. Graf bildet die Formen nach und schafft Objekte, die nicht nur einen skulpturalen, sondern auch funktionalen Charakter besitzen.

Bestellung

Manuel Graf
Espresso Set, 2012

Keramik
3 Unikate, bestehend aus jeweils drei Tassen und Untertassen, Zertifikat
1000* Euro

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