Donnerstag, 24.9.2020,
19 Uhr

Konzert

Charlotte Pfeifer & Pascal Fuhlbrügge

Infraschall

Infraschall - Ein Konzert über soziale Symptome, Sound und Suggestion


Infraschall: das sind ganz tiefe Basstöne, die für die meisten Menschen nicht mehr hörbar sind. Einige halten Infraschall für etwas, das psychische Reaktionen bei Menschen hervorrufen kann, z.B. Unwohlsein und Angst. Andere halten das für Humbug. Infraschall gibt es überall und wird meistens nicht bemerkt. Es wird z.B. durch Windräder produziert. Aber die Diskussion um die Auswirkungen von Infraschall fließt in die politische Diskussion um erneuerbare Energien mit ein. Geistergrotten und Spukhäuser werden auf Infraschallquellen untersucht. Nachbarschaftsstreits eskalieren über Infraschall-produzierende Wärmepumpen oder Transformatoren im Keller. Es ist ein Tummelplatz für Leute, die sich für Wissenschaft abseits der gängigen Lehrmeinung interessieren, aber auch für Leute, die nach Gründen suchen für ein Unbehagen, das sie empfinden.

Musiker und Soundtechniker Pascal Fuhlbrügge und Charlotte Pfeifer untersuchen in Infraschall die Gefühle, die durch tiefe Bässe ausgelöst werden. Dafür werden Mittel des Popkonzerts, der Seance und der akkustischen Labortechnik genutzt.

Die Künstler*innen nutzen sich und das Publikum als Testgruppe: Durch performativen Mitteln werden nach Sensoren für Emotionen gesucht. Wo sprechen Wissenschaft, Gefühl und wirtschaftliche Interessen miteinander, wo sprechen sie aneinander vorbei? Wo ist die invasive Macht von Sound sexy, wo empfinden wir sie als Belästigung?

Studien, Interviews und eigene Texte bilden die Lyrics für einen halbstündigen Song, der mit der droneartigen Musik von Pascal Fuhlbrügge einen immersiven Sound-Raum erschafft. 

 

Performance & Text:
Charlotte Pfeifer interessiert sich für die Erweiterung der Bühnensituation im Zusammenspiel von Kunst, Musik, Hörspiel und Theaterperformance. Die Absolventin der „Schule für Schauspiel Hamburg“ arbeitete zunächst als Schauspielerin, studierte interessengesteuert Germanistik und Philosophie (Universität Hamburg) und vertraut DIY-Ausbildungen. Die Performance PMS-Lounge wurde auf dem Hauptsache-Frei-Festival 2018 mit dem Publikumspreis sowie mit dem Jurypreis ausgezeichnet, es war zum Performing Arts & Friends Festival in Berlin und zum Impulse-Festival eingeladen. Jetzt bestimme ich! unter der Regie von Charlotte Pfeifer und Martina Vermaaten wurde zum Augenblick mal! Festival nach Berlin eingeladen. Mit der interdisziplinären Künstlergruppe TRAUMMASCHINE Inc. produziert sie selbst entwickelte Kindertheaterstücke und Hörspiele. So entstanden „Die Traummaschine“ (2013), „Kellergeschichten“ (2015), „Arbeiten Gehen“ (2015), „Die katastrophale Johanna“ (2017) und „Meerschwein GbR“ (2017), „Kids Carraldo“ (2018), „Musik aus dem Totenreich“ (2018), „Die Wizards von Wiss“ (2018) und „O,Twist“ (2019). „Arbeiten gehen“ wurde zum norddeutschen Kindertheaterfestival „Hart am Wind“ eingeladen.

http://charlottepfeifer.net/

 

Musik & Sound:
Pascal Fuhlbrügge spielte Ende der 80er in der Indie-Band Kolossale Jugend und betrieb das Musiklabel L`Age d`Or. Beides war stilprägend für die sogenannte Hamburger Schule. Ab 1990 mit der Begeisterung für neu aufkommende Möglichkeiten durch Sampling und computergestütztes Arrangieren veröffentlichte er ein Jahrzehnt lang House und Electronica mit dem Duo Sand 11. Daneben zunehmend Tätigkeit als künstlerischer Produzent z.B. für Der Bürgermeister der Nacht, Saalschutz, Parole Trixi u.v.a.. Ab 2000 vermehrt Begegnungen mit dem Theater. Er erstellte Theatermusiken für Regisseure wie Eva Löbau, Charlotte Pfeifer, Franz Josef Becker, Beate Baron und 
andere. Teilweise wurde er auch selbst als Performer oder Regisseur aktiv (u.a. Enthusiasm, 2010 diverse Städte, Gestrüpp 2012 Fleet Street Hamburg, PMS Lounge 2017 diverse Städte, Pendeln 2019 Lichthof Theater Hamburg). Er ist Mitglied der Kindertheatergruppe Traummaschine Inc. und konzipiert am liebsten die technische Umsetzung seiner Musik in einfachen, aber effektiven Installatationen selbst. So z.B. eine Schrankwand als Midi-Controller (Major Tom, Christian Wiehle 2001) oder ein stückeigener UKW-Sender (Die schnittige Menge, Gudrun Lange 2011).  Fuhlbrügge war verschiedentlich in Theater- und Filmworkshops an Hamburger Schulen tätig. Er lebt in Hamburg und an der Nordseeküste, wo sich sein Studio befindet. 

http://www.fuhlbruegge.net/

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