Samstag, 13.7.2019,
16 Uhr
Nur für Mitglieder

Führung & Künstlergespräch in der Ausstellung TEXT ME

Im OFF-Space INCUBATOR by White Trash Contemporary

Führung & Künstlergespräch in der Ausstellung TEXT ME - eine Ausstellung Text basierter Kunst im OFF-Space INCUBATOR by White Trash Contemporary (Doerriesweg 13, 2525 Hamburg)
 

Treffpunkt 15.30 Uhr am Ausgang S-Bahnhof Stellingen, Dauer ca. 2 Std.

Anschliessend an die Führung findet ein Künstlergespräch zwischen Werner Linster und Kyung-Hwa Choi-Ahoi statt. Moderation von Nils Grossien

Anmeldungen bitte bei Corinna Koch unter: koch@kunstverein.de

Es gibt ein großes Missverständnis über Kunst und das besteht in der Annahme, Kunst sei selbsterklärend. Nichts könnte irreführender sein. Kunst erklärt nichts, am wenigsten sich selbst. Sie schafft ihr eigenes Universum mit spezieller Sprache und sonderbaren Regeln und oft sind die Künstler, die die Kunstwerke erschaffen, die einzigen, die diese Sprache sprechen und verstehen. Kunst zu erklären ist die Sache anderer Menschen - Kritiker, Kuratoren, Kunsthändler, Kunsthistoriker – und meistens reden sie und schreiben Texte, während der Künstler schweigt.

Künstler, die Text in ihren Werken verwenden, haben vielfältige Gründe dafür: Vielleicht möchten sie eine bestimmte Botschaft rüberbringen und verwenden Wörter aus unserer gemeinsamen Sprache, um sicherzustellen, dass jeder sie versteht. Dann gibt es Künstler, die Text in ihrer Kunst verwenden, weil sie sich für die grafischen Qualitäten bestimmter Wörter oder Schriftarten interessieren. Andere finden absurde Poesie in gefundenen Texten, in Gebrauchsanleitungen, Werbetexten, Zeitungen. Sie dekonstruieren bestehende Texte von Schriftstellern, Philosophen, Politikern. Oder den Brief eines verflossenen Lovers. Dann gibt es Künstler, die Manifeste zur Weltverbesserung verfassen oder darin verlorene Welten beklagen. Vielleicht wollen sie eine bedeutungsvolle politische Erklärung abgeben und zur Diskussion aufrufen. Oder sie wollen einfach nur einen Witz machen.

Das ist keine Kleinigkeit. Gerade in Zeiten, in denen unser gemeinsames Wertesystem immer mehr auseinander driftet, werden Sprache und Text, die Kommunikationssysteme, die unser Weltbild formen, auch Mittel zur Desinformation und Polarisierung der Menschen. Wörter werden toxisch, Wahrheit und Fake zwei Gesichter derselben Münze. Gerade diese Mehrdeutigkeit macht Text zum verlockenden Material für neugierige Künstler.

Text kann in der Kunst das Tüpfelchen auf dem i sein, das Ornament auf der Leinwand, die Faust im Gesicht, Fake News im alternativen Universum, die wütende Inschrift auf falschem Granit, die Brücke, die wir alle überqueren müssen, das Rufen und Flüstern im blütenweißen Raum. (Ute Thon)

Nächste Termine

Kuratorenführung

Führung mit Tobias Peper

Donnerstag, 17.10.2019, 17 Uhr

Führung

Öffentliche Führung

Sonntag, 20.10.2019, 14 Uhr

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