Freitag, 24.1.2020,
17 Uhr
In Search of Maintained Solidarity: A Frame for the No Longer Visible

Oscar Murillo, For the souls of the rotten mighty, Anyang Public Art Project, 2016. Foto: Jungwon Kim. Courtesy of the artist

In Search of Maintained Solidarity: A Frame for the No Longer Visible

Part 1

In Search of Maintained Solidarity: A Frame for the No Longer Visible1

Ein Wochenende voller Programm, das im Rahmen von Oscar Murillos Ausstellung Horizontal Darkness in Search of Solidarity stattfindet

Mitwirkende u.a.: María Berríos, Oscar Murillo, Manuela Moscoso, Jasmina Metwaly, Candice Nembhard, Ahmet Öğüt, Tai Shani, Nadah el Shazly, Leyla Yenirce (aka Natasha P.), Tanzim Wahab, Manmeet Kaur

Kuratiert von Antonia Alampi

Freitag, 24 Januar                      

17. Uhr: Vortrag von Tanzim Wahab - Kurator, Wissenschaftler und Aktivist (Bengal Foundation)

17.45 Uhr: Vortrag von Manuela Moscoso – Kurator (Liverpool Biennale)

19. Uhr: Konzert von Leyla Yenirce aka Natasha P. (Musikerin/ Rapperin)

19.30 Uhr: Vortrag von Meike Boldt - Inititiative für die Aufklärung des Mordes an Süleyman Taşköprü

20.15 Uhr: Gespräch zwischen Oscar Murillo und Tai Shani (diesjährige Turner Prize Gewinner*innen)

21.30 Uhr: Performance von Oscar Murillo

22. Uhr: Vortrag von Ahmet Öğüt - Künstler / Initiator (The Silent University)

22.30 Uhr: Vortrag von Candice Nembhard

Anschließend: Konzert von MC Manmeet Kaur - Musikerin/ Rapperin

 

Zunehmend haben wir Möglichkeit, online auf Nachrichten aus der ganzen Welt zuzugreifen: auf Informationen über politische und gesellschaftliche Ereignisse, von genauen Schilderungen des Machtmissbrauchs – Berichten über Massenverhaftungen und Verhaftungen Einzelner, über Folter und Mord – bis hin zu Unruhen, Umbrüchen, Demonstrationen und Revolutionen. Wenn wir dann in den sozialen Medien – durch Likes, Mitgefühl signalisierende Emojis und Weiterverbreitung - unsere Unterstützung signalisieren oder die Option nutzen, mit einem Klick einen Beitrag zu den Spendenkampagnen für bestimmte Zwecke zu leisten, dann schenkt uns das zwar ein Gefühl von grenzüberschreitender Solidarität, ist jedoch weniger ein echtes Engagement als eine flüchtige Affäre mit einem Anliegen, die rein auf unseren spontanen Reaktionen auf ein „Echtzeit“-Ereignis basiert.

Auf rasch gelesene Berichte folgen rasche Reaktionen und ein ebenso rasches Vergessen. Dabei spielt sicher die überwältigende Anzahl der überall stattfindenden Tragödien ebenso eine Rolle wie der stete Strom der Mediation und das Verlangen nach “Instagram-tauglichen” Inhalten. Die folgenreichsten Ereignisse jedoch sind nicht unbedingt einer endlosen Reproduktion ausgesetzt, sie geschehen vorwiegend außerhalb des Rahmens der Medien, bei ausgeschaltetem Blitzlicht und häufig an Orten, wohin Kameras nie vordringen.

In Search of Maintained Solidarity: A Frame for the No Longer Visible ist ein Programm aus Vorträgen, Diskussionen, Aufführungen, Performances, musikalischen und poetischen Beiträgen sowie Workshops, die auf Oscar Murillos Ausstellung Horizontal Darkness in Search of Solidarity Bezug nehmen. Es kommen dabei Künstler, Wissenschaftler, Kuratoren, Musiker und Dichter zusammen, deren Arbeit und Leben von einer langfristigen Auseinandersetzung mit verschiedenen Situationen des Kampfes, politischen Unruhen und Unrechtsfällen geprägt sind, um Ideen, Taktiken und auf Studium sowie Erfahrung basierende Kenntnisse auszutauschen - zu Überlebensstrategien unter Regimen (z.B. wenn der Zugang zu Lebensmitteln, Wasser, Strom und Kommunikationsmitteln eingeschränkt, behindert oder abgeschnitten wird), zu funktionierenden Formen der grenzüberschreitenden Unterstützung durch Kultur, wozu auch juristische Fragen gehören, zu wirtschaftlichen Einsparungen, zu Inhaftierung, zu Themen der Mobilität, notwendiger Flucht, oder der Migration.

Wir erkennen ein dringendes Bedürfnis danach, in Ruhe darüber nachzudenken, was außerhalb des Erfassens geschieht, darüber, wie sich emanzipatorische Prozesse langfristig aufrechthalten lassen, oder wie man die unterschiedlichen Formen der strategischen Arbeit stärken kann, die mit politischer Organisation verbunden sind und deren bildliche Darstellung schwierig bleibt. In diesem Sinne hat das Treffen zum Ziel, neue transnationale Solidaritätsnetzwerke hervorzubringen oder an der Unterstützung bestehender zu arbeiten, zwischen ähnlich motivierten, gefährdeten Organisationen und Einzelnen, die Mut, Energie und Ethos teilen – um auf eine langfristige Solidarität gegen die permanenten strukturellen Bedrohungen des Lebensunterhalts auf den Gebieten von Kultur, Kunst und darüber hinaus hinzuarbeiten, und gegen die zunehmende Prekarität, die eine Bedrohung der individuellen und kollektiven Arbeit darstellt.

 

 

 

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1 Der Titel des Programms spielt offen mit dem Titel der Oscar Murillo Austtellung. Der durch die Arbeit Harun Farockis angeregte Untertitel verweist auf den unter dem Titel „Farocki: A Frame for the No Longer Visible“ auf einen im e-flux journal veröffentlichten Text von Thomas Elsaesser und Alexander Alberro: https://bit.ly/2YTx6pa

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Freitag, 14.2.2020, 19 Uhr

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