Donnerstag, 22.4.2021,
18:30 Uhr

#Dialogues

Khalil Rabah im Gespräch mit Nicholas Tammens

Herzlich laden wir Sie zum Künstlergespräch mit Khalil Rabah und Nicholas Tammens ein, in dem es u.a. über Rabahs Arbeit im Kontext der Ausstellung CARNIVALESCA - Was Malerei sein könnte geht. 
Von hier ausgehend werden wir Rabahs post-konzeptionelle Praxis betrachten und wie das Medium der Malerei innerhalb seiner kritischen Untersuchung der nationalen Geschichte und der Unterdrückung der palästinensischen kulturellen Identität funktioniert. Zum Beispiel in Rabahs Projekt The Palestinian Museum of Natural History and Humankind, das ein fiktives Museum vorschlägt, um sich kritisch mit der sozialen und politischen Funktion von Kulturinstitutionen und der Position von Kunstwerken innerhalb dieser Strukturen auseinanderzusetzen. 

Das kostenlose Gespräch (in englischer Sprache) findet live über Zoom statt und ist gefolgt von einem Q&A.

Wir bitten um Anmeldungen unter presse@kunstverein.de

 

Khalil Rabahs (*1961 in Palästina; lebt und arbeitet in Ramallah) Werk wird von einer entschieden post-konzeptuellen Vorstellung von Kunstproduktion und Kunstrezeption geprägt. Sie ist fest verknüpft mit seiner Bewertung der kulturellen und historischen Position des heutigen Palästina. Diptych (2012) ist Teil von Rabahs langjährigem Projekt The Palestinian Museum of Natural History and Humankind, einem fiktiven Museum, das der Künstler sich ausgedacht und in verschiedenen Arbeiten und Ausstellungen präsentiert hat. Eine solche Institution, die ein reines Fantasieprodukt ist, verweist darauf, dass man dem palästinensischen Volk bis heute jegliche kulturelle und nationale Identität verweigert. Zugleich verbindet sich mit dieser Leerstelle, die Aufforderung, solche Institutionen real zu schaffen und sie der Identität des palästinensischen Volks zu widmen.

„Diptychon“ ist Teil einer Serie von Gemälden mit dem Titel Art Exhibition. Sie beziehen sich auf Fotografien, welche die Werke palästinensischer Künstler zeigen oder Kunst, die in Palästina ausgestellt wurde. Die Bilder für seine Gemälde fand Rabah in Zeitungen, im Internet und in den Archiven von Galerien, oder sie wurden von ihm selbst aufgenommen. Diese Bilder schickte er dann an Malfabriken in China, wo sie hyperrealistisch als Ölgemälde hergestellt wurden. Durch einen solchen Prozess wirft Rabah akute Fragen auf hinsichtlich des kulturellen Status von Palästina, hinsichtlich der transformativen Qualität westlicher Leinwandmalerei und ihrer Wertzuschreibung, hinsichtlich des Status von Maler*innen und ihrer Arbeit und hinsichtlich der "Objekthaftigkeit" von Gemälden als Ware. Oder einfacher ausgedrückt: Rabah stellt den Akt der Kunstbetrachtung dar, um mit seiner Hilfe die Netzwerke der Macht zu untersuchen, die ihn umgeben und die Bedingungen schaffen, unter denen er entsteht.

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