Donnerstag, 15.4.2021,
15 Uhr

#Dialogues

Lee Kit im Gespräch mit Bettina Steinbrügge

Lee Kit im Gespräch mit Bettina Steinbrügge

Im Rahmen der Gruppenausstellung CARNIVALESCA - Was Malerei sein könnte spricht Bettina Steinbrügge mit dem Künstler Lee Kit über seine Arbeit.

Lee Kits (*1978 in Hongkong, lebt und arbeitet in Taipeh) künstlerische Arbeit wird von einer relationalen Herangehensweise an Objekte, ihren Platz im alltäglichen Leben und ihre anschließende Präsentation als Kunstwerke geprägt. Kit bezeichnet seine Installationen als „Situationen“ und unterstreicht damit den zeitlichen Charakter bestimmter Werkgruppen und Objekte. Zum Beispiel hat Kit nach dem Vorbild von Heimtextilien mehrfach dünne Baumwolltücher mit Gittermustern bemalt, die dann als Tischtücher oder Picknickdecken verwendet wurden. Die damit verbundenen Dinner-Partys oder Picknicks dokumentiert er durch Fotografien und installiert die Gemälde anschließend an ihrem "richtigen" Platz an der Wand. Indem Kit mehrere Situationen zeigt, in denen die Gemälde eingesetzt wurden, verschiebt er den Wert der Werke auf die Darstellung ihrer Passage durch die verschiedenen Stadien ihrer Verwendung.

Lees Werk schafft Irritationen hinsichtlich der privilegierten Stellung, die das Kunstwerk – und insbesondere die Malerei – in der westlichen Kunst genießt. Aber er tut dies in einer lässigen, spielerischen und großzügigen Manier, die letztlich immer von ästhetischer Kompetenz geleitet wird.

Lees Werk hebt die ästhetischen Möglichkeiten unseres Alltags ans Licht, indem es unseren Blick auf die schlichte Schönheit des Übersehenen lenkt. Sei es durch das Spiel des Lichts auf einer Leinwand oder die Installation seiner Arbeit in den wenig genutzten Räumen einer Institution.

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