Samstag, 22.6.2019,
14 Uhr
Zum Thema Denkmal & Mahnmal

Gedenkort für Deserteure und andere Opfer der NS-Militärjustiz, Foto: Helge Mundt

Nur für Mitglieder

Stadtrundgang

Zum Thema Denkmal & Mahnmal

Corinna Koch führt in einem Stadtrundgang zum Thema Denkmal & Mahnmal. Der Treffpunkt ist am Dammtor, Ausgang Planten un Blomen.

Beginnen wollen wir am Stephansplatz, wo sich drei Denkmäler in unmittelbarer Nähe zueinander befinden:

Volker Lang
Gedenkort für Deserteure und andere Opfer der NS-Militärjustiz, 2015/2016

Alfred Hrdlicka
Das Gegendenkmal, 1988

Richard Kuöhl
Der Kriegsklotz, 1936

Das 76er-Denkmal“, umgangssprachlich auch „Kriegsklotz“ genannt, wurde 1936 nach einem Entwurf von Richard Kuöhl errichtet. Es sollte an die Soldaten des Reserve-Infanterie Regiment-Nummer 76 erinnern und wurde von den Nationalsozialisten als Gegendenkmal zur großen „Barlach-Stehle“ in Auftrag gegeben. „Das Gegendenkmal“, des Wiener Künstlers Alfred Hrdlicka, welches 1982 in Auftrag gegeben, jedoch nie fertig gestellt wurde und zu großen öffentlichen Kontroversen geführt hatte sowie der „Gedenkort für Deserteure und andere Opfer der NS-Militärjustiz“ welcher vom Hamburger Künstler Volker Lang realisiert wurde. Alle drei Denkmäler bilden interessante Beispiele dafür, in welcher Form Kunst im öffentlichen Raum polarisierend wirken kann.

Im Anschluss besuchen wir das Mahnmal von Gloria Friedmann
Hier + Jetzt - den Opfern nationalsozialistischer Justiz, von 1997 am
Sievekingplatz, Grünanlage vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht (Neustadt)

Das im Dritten Reich von Richtern und Staatsanwälten ausgeübte Unrecht richtete sich auch gegen Widerstandsgruppen, Kommunisten und Sozialdemokraten sowie gegen weitere Oppositionelle unterschiedlicher politischer Herkunft, Homosexuelle, Zeugen Jehovas, so genannte „Rassenschänder“ und viele andere. Erst 1997 wurde in Hamburg ein Mahnmal für die Opfer der NS-Justiz errichtet. Nach jahrelangen Forderungen des Richtervereins wurde das Mahnmal „Hier + Jetzt - den Opfern nationalsozialistischer Justiz“ der Künstlerin Gloria Friedmann im Auftrag der Justizbehörde in Kooperation mit der Kulturbehörde errichtet und am 1. Oktober 1997 eingeweiht

Abschleißend besuchen wir Margit Kahls Synagogenmonument aus dem Jahr 1988 am Joseph-Carlebach-Platz am Grindelhof.

Die Bornplatzsynagoge war einst das größte jüdische Gotteshaus in Norddeutschland und wurde in der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 in Brand gesetzt. 1939 wurde die Gemeinde gezwungen ihr Grundstück zu einem geringen Preis an die Stadt zu verkaufen und die Kosten für den Abriss des beschädigten Gebäudes zu tragen. Am 14. Juli 1939 meldete das  Hamburger Tageblatt den Abbruch der Synagoge.

Der Bau der freistehenden und  repräsentativen Synagoge, wurde 1904 begonnen. Der Entwurf stammte von dem Architekten Semmy Engel und dem Regierungsbaumeister Ernst Friedheim. Ein Bodenmosaik der Künstlerin Margit Kahl zeichnet den Grundriss dieses einst so beeindruckenden Gebäudes nach. Der Platz wurde nach dem Oberrabbiner und Reformpädagogen Joseph Carlebach benannt, der mit seiner Frau und den Kindern 1941 nach Riga deportiert und ermordet wurde.

Wir bitten um Anmeldungen unter: koch@kunstverein.de

Nächste Termine

Führung

Öffentliche Führung

Donnerstag, 26.9.2019, 17 Uhr

Kuratorenführung

Führung mit Tobias Peper

Donnerstag, 10.10.2019, 17 Uhr

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